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Nowaja Gaseta: Nawalnys Leiche liegt in Salechard

Seit Tagen wird gerätselt, wo die Leiche des im Straflager ums Leben gekommenen Kremlkritikers Alexej Nawalny ist. Laut «Nowaja Gaseta» nach ist sie in einem Krankenhaus von Salechard aufgetaucht.

Polizeibeamte halten den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny (l.) im Juli 2013 fest.
Foto: Alexander Zemlianichenko/AP

Die Leiche des in Haft ums Leben gekommenen Kremlkritikers Alexej Nawalny wird einem Medienbericht zufolge im Bezirkskrankenhaus der Stadt Salechard im hohen Norden Sibiriens aufbewahrt. Eine Obduktion habe zumindest bis Samstag noch nicht stattgefunden, berichtete die kremlkritische «Nowaja Gaseta Europa» am Sonntag unter Berufung auf eigene Informanten. Zudem soll der Körper des Toten blaue Flecken aufweisen. 

Es gab zunächst keine offizielle Bestätigung für diese Informationen. Die Familie von Nawalny hat bisher keinen Zugang zum Leichnam des 47-Jährigen erhalten.

Salechard ist die Hauptstadt des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen. Das Straflager «Polarwolf», in dem Nawalny starb, liegt etwa 50 Kilometer Luftlinie nordwestlich davon – bereits jenseits des Polarkreises.

Der körperlich geschwächte Nawalny brach nach vielen Tagen in Einzelhaft bei einem Hofgang im Straflager zusammen, wie die russischen Behörden am Freitag mitteilten. Trotz Wiederbelebungsversuchen des Strafvollzugs blieben diese erfolglos.

Woher rühren die blauen Flecken?

„Menschenrechtsaktivisten beschuldigen den russischen Machtapparat des Mordes. Auch die Mitarbeiter des bekannten Anti-Korruptionskämpfers glaubten, dass Nawalny gezielt getötet wurde.“

Die Mutter von Nawalny hat bisher erfolglos versucht, ihren verstorbenen Sohn abzuholen. Weder in der Strafkolonie noch in Salechard wurde ihr der Leichnam übergeben.

Die «Nowaja Gaseta» zitiert einen anonymen Mitarbeiter des Notfalldienstes. Die blauen Flecken zeugen dessen Angaben nach davon, dass Nawalny vor dem Tod Krämpfe gehabt habe und von Mitarbeitern des Straflagers festgehalten wurde. Ein Bluterguss auf der Brust sei zudem Indiz für tatsächlich vorgenommene Wiederbelebungsversuche. Allerdings geht aus dem Zeitungsbericht hervor, dass der Informant selbst Nawalny nach dessen Tod ebenfalls nicht gesehen, sondern über seinen Zustand nur von Kollegen informiert worden sei.

„Der Zug nach Berlin fährt um 15:30 Uhr ab“, sagte der Bahnhofsmitarbeiter.

dpa