Mit der Christmette im Petersdom beginnen jedes Jahr die Weihnachtsfeiern im Vatikan. Angesichts der Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine mahnt Papst Franziskus zu Frieden.
Papst mahnt in Christmette zu Frieden

Papst Franziskus hat die Christmette im Petersdom zu einem eindringlichen Appell für Frieden genutzt. Das Oberhaupt der etwa 1,3 Milliarden Katholiken erinnerte am Abend bei dem Gottesdienst im Vatikan an die Weihnachtsbotschaft «Friede auf Erden den Menschen».
Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten fügte Franziskus hinzu: «Unser Herz ist heute Abend in Bethlehem, wo der Friedensfürst noch immer von der zum Scheitern verurteilten Logik des Krieges zurückgewiesen wird, vom Lärm der Waffen.»
In diesem Jahr wird das Fest besonders durch den Gaza-Krieg und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beeinflusst. Laut dem Vatikan nahmen etwa 7000 Menschen am Gottesdienst im Petersdom teil. Zusätzlich wurde das Geschehen auf dem Petersplatz vor der Kirche von Tausenden auf großen Bildschirmen verfolgt. Am Montag wird das Oberhaupt der katholischen Kirche den Segen Urbi et Orbi von der Balkon des Petersdoms aus sprechen, für die Stadt und den Erdkreis.
Kaum Touristen in Bethlehem
Im Heiligen Land ist Weihnachten in diesem Jahr aufgrund des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas sehr ruhig. In Bethlehem im Westjordanland, dem Überlieferungsort von Jesus Christus‘ Geburt, gibt es ungewöhnlich wenige Touristen. Es wurden keine Weihnachtsbäume aufgestellt. Der Zugang zur Stadt ist aufgrund von Straßensperren der israelischen Armee stark eingeschränkt. Auch in Jerusalem gibt es praktisch keine Weihnachtsdekoration.
Im Petersdom leitete der Papst die Christmette persönlich. Der 87-Jährige blieb wegen eines Knieleidens aber die meiste Zeit sitzen. Franziskus rief die Gläubigen auf, sich gerade zu Weihnachten Gedanken über ihr Gottesbild zu machen. «Es besteht nämlich die Gefahr, dass wir das Weihnachtsfest begehen mit einer heidnischen Vorstellung von Gott in unseren Köpfen. So als wäre er ein mächtiger Herrscher, der im Himmel ist; ein Gott, der mit Macht, weltlichem Erfolg und dem Götzendienst des Konsums in Verbindung steht.»
Der Papst fuhr fort: «Immer kehrt das falsche Bild eines unbeteiligten und nachtragenden Gottes wieder, der die Guten gut behandelt und sich über die Bösen erzürnt; eines Gottes, der nach unserem Bild geschaffen ist und nur dazu dient, unsere Probleme zu lösen und uns von Übeln zu befreien.» Es gebe jedoch keinen «kommerziellen Gott des „Alles und sofort“». Gott komme zu den Menschen, «um die Wirklichkeit von innen heraus zu verändern».
Franziskus sagte weiter: «Das ist das Wunder von Weihnachten: keine Mischung aus kitschigen Gefühlen und weltlichem Trost, sondern die unglaubliche Zärtlichkeit Gottes, der die Welt rettet, indem er Mensch wird.»








