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Farbattacke auf Holocaust-Gedenkstätte in Paris von Russland eingefädelt

Die Fahnder identifizierten zwei Bulgaren als mutmaßliche Täter, die Frankreich verließen und weitere Farbschmierereien mit Bezug zu den Olympischen Spielen vermuteten.

Die Mur des Justes (Mauer der Gerechten) neben der Shoah-Gedenkstätte ist beschmiert worden.
Foto: Etienne Laurent/dpa

Medienberichten zufolge gibt es Hinweise darauf, dass die französische Polizei vermutet, dass eine Farbattacke auf die Holocaust-Gedenkstätte in Paris von Russland aus geplant wurde.

Bei der Attacke vor einer Woche handele es sich um einen aus Russland gesteuerten Destabilisierungsversuch, berichteten die Zeitung «Le Parisien» und der Sender France Info unter Verweis auf Polizeiquellen. Zunächst hatte das Enthüllungsblatt «Le Canard enchaîné» berichtet. Auf einer Wand der Gedenkstätte Mémorial de la Shoah waren als propalästinensisches Graffiti rund ein Dutzend rote Hände gesprüht worden, was zu vielen aufgebrachten Reaktionen führte.

Dank der Videoüberwachung der Gedenkstätte und der Auswertung von Handydaten konnten die Fahnder laut Medienberichten zwei Bulgaren als mutmaßliche Täter identifizieren, die zusammen mit ein oder zwei ebenfalls bulgarischen Handlangern Frankreich am Morgen nach dem Angriff mit dem Bus Richtung Brüssel verlassen haben sollen.

Auch hinter weiteren Farbschmierereien mit Bezug zu den Olympischen Spielen vermutet Paris nach den Berichten russische Strippenzieher. Auf etliche Gebäude war Ende März der Hinweis «Achtung, Balkon kann einstürzen» gesprüht worden. Der Hinweis bezieht sich auf die öffentlich diskutierte Sorge, dass Balkone Pariser Häuser möglicherweise einstürzen können, wenn sich darauf zu viele Menschen drängen, um die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele auf der Seine anzuschauen. Die Polizeipräfektur gab in der Frage bereits Entwarnung und appellierte an den gesunden Menschenverstand, sich nicht mit abnorm viel Menschen auf einen Balkon zu begeben.

Angebliche Störungen am Flughafen

Im Zusammenhang mit russischer Einflussnahme auf Frankreich berichtete «Le Canard enchaîné» auch von angeblichen Störungen der GPS-Satellitennavigation am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle, wie es sie bereits im Ostseeraum gegeben hatte. Der Vorfall sei aber nicht öffentlich gemacht worden, um Unruhe zu vermeiden.

Bereits im November beschuldigte Frankreich Russland, für das massenhafte Besprühen von Pariser Gebäuden mit Davidsternen verantwortlich zu sein. Fotos der Davidstern-Tags wurden über ein russisches Propagandanetzwerk in sozialen Medien verbreitet. Zu der Zeit wies Russland die Anschuldigungen als unbegründet zurück.

dpa