Stabile Ergebnisse im Vergleich zur letzten Wahl, rechte Parteien gewinnen deutlich, Grüne verlieren. Spannung in den Niederlanden, Österreich und Griechenland.
Europawahl: EVP mit Ursula von der Leyen vor klarem Sieg

Nach den ersten Zahlen von ARD und ZDF deutet sich bei der Europawahl ein deutlicher Sieg des Mitte-Rechts-Bündnisses EVP mit der deutschen Spitzenkandidatin Ursula von der Leyen an. Laut den Trends, die kurz vor 18.00 Uhr veröffentlicht wurden, könnten etwa 180 der 720 Sitze im neuen Europäischen Parlament auf sie entfallen.
Die Situation bleibt im Vergleich zur Europawahl 2019 stabil. „Ursula von der Leyen kann also auf eine weitere Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission hoffen.“ Die Zahlen basierten auf Umfragen und Hochrechnungen.
Grüne verlieren wohl deutlich
Die Sozialdemokraten bleiben das zweitstärkste Lager im neuen Parlament, mit rund 135 Sitzen – etwas weniger als vor fünf Jahren. Anschließend folgen die Liberalen, die auf 81 bis 87 Sitze abrutschen, sowie die beiden bisherigen rechtspopulistischen Parteienbündnisse EKR und ID, mit knapp 80 beziehungsweise rund 70 Sitzen. Zusammen gewinnen sie etwa 30 Sitze dazu. Die deutsche AfD, die laut ersten Hochrechnungen mehrere Sitze hinzugewonnen hat, wird als fraktionslos gezählt, da sie kurz vor der Europawahl aus der ID-Fraktion ausgeschlossen wurde. Insgesamt dürften rechte Parteien am stärksten zulegen. Die Grünen verlieren deutlich und landen weit unter 60 Sitzen.
Kopf-an-Kopf-Rennen in den Niederlanden
Am Donnerstag fanden bereits Wahlen in den Niederlanden statt, bei denen ein rot-grünes Wahlbündnis und die radikal-rechte Partei von Geert Wilders ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. Knapp dahinter liegt die rechtsliberale VVD.
Bei der Europawahl in Österreich deutet sich ein Sieg der rechten FPÖ an. Laut einer Trendprognose, die nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurde, liegen die Rechtspopulisten mit 27 Prozent vor der SPÖ und der ÖVP. Österreich entsendet 20 der insgesamt 720 Abgeordneten ins Europäische Parlament.
Laut ersten Angaben wird die Partei Nea Demokratia in Griechenland von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis mit rund 30 Prozent deutlich stärkste Kraft. Syriza – die Partei, die unter Regierungschef Alexis Tsipras während der schweren Finanzkrise von 2010 bis 2018 regierte – erreicht demnach etwa 17 Prozent.
Nach den ersten Ergebnissen muss die sozialdemokratische Regierungspartei Labour in Malta deutliche Verluste hinnehmen. Sie könnte drei der sechs maltesischen Parlamentssitze erhalten, während die konservative Oppositionspartei Nationalist Party mit zwei bis drei Sitzen rechnen kann.
Im Verlauf des Abends wurden weitere Schätzungen erwartet. Gemäß dem Zeitplan des Europäischen Parlaments sollten entsprechende Zahlen aus Dänemark, Frankreich und Spanien zwischen 20.15 und 20.45 Uhr vorliegen. Etwa eine Stunde später, gegen 21.15 Uhr, wurden dann Berechnungen aus Polen, Portugal, Rumänien und Schweden erwartet.








