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Pentagon-Stelle prüft Verhalten von Hegseth in Chat-Affäre

Verstieß der Verteidigungsminister gegen Geheimhaltungsregeln, als er per Signal Details über eine US-Militäroperation teilte? Damit beschäftigt sich nun die interne Aufsicht seines Ministeriums.

Hegseth unter Druck? Der Pentagon-Chef muss sich wegen der Chat-Affäre einer Untersuchung stellen. (Archivbild)
Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Nachdem Inhalte aus einem geheimen Gruppenchat hochrangiger US-Regierungsmitglieder veröffentlicht wurden, hat die interne Aufsicht des Pentagons eine Untersuchung gestartet. Diese Untersuchung wird sich mit dem Umgang von Verteidigungsminister Pete Hegseth mit der Signal-App befassen, wie aus einem Schreiben der unabhängigen Kontrollinstanz hervorgeht.

Laut des Textes folgt die Untersuchung einer Anfrage des Streitkräfteausschusses im US-Senat. Es wird überprüft, ob Hegseth möglicherweise operative Pläne für einen US-Militärschlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen unzulässigerweise über die kommerzielle App kommuniziert hat – und ob dabei die Vorschriften zur Geheimhaltung sowie zur Aufbewahrung von Regierungsunterlagen eingehalten wurden. Auch anderes Ministeriumspersonal steht laut Schreiben im Fokus.

Ende März hatte das US-Magazin «The Atlantic» die Inhalte öffentlich gemacht, nachdem dessen Chefredakteur vermutlich versehentlich in den Chat geraten war. Daraus geht hervor, dass Hegseth etwa eine halbe Stunde vor Beginn einer Militäroperation den Zeitplan, die Abfolge der Bombardierung und eingesetzte Waffensysteme nannte. Wörtlich heißt es unter anderem: «Zielterrorist befindet sich an seinem bekannten Aufenthaltsort.»

In ihrer Anfrage an die Pentagon-Stelle hatten der republikanische Senator Roger Wicker und der demokratische Senator Jack Reed deutliche Bedenken geäußert. Der Vorfall werfe möglicherweise Fragen zur «Nutzung nicht klassifizierter Netzwerke für die Kommunikation über eingestufte und sensible Informationen» auf.

US-Präsident Donald Trump stellte sich zuletzt zumindest öffentlich hinter die Mitglieder der Chatgruppe, der auch sein Sicherheitsberater Mike Waltz angehörte. Dieser hatte den Journalisten offenbar versehentlich hinzugefügt. Hinter den Kulissen deutete sich laut «New York Times» jedoch Unmut innerhalb der Regierung an.

dpa