Tausende Arzthelferinnen und -helfer streiken, Kundgebungen in mehreren Städten, Verzögerungen und längere Wartezeiten in den Praxen
Arzthelferinnen und -helfer streiken bundesweit, Abläufe in Arztpraxen beeinträchtigt

Laut einer Sprecherin des Verbandes medizinischer Fachberufe (vmf) haben mindestens 2000 Arzthelferinnen und -helfer ihre Arbeit niedergelegt und dadurch Abläufe in vielen Arztpraxen im ganzen Land gestört. Die Sprecherin gab an, dass sich allein an den Kundgebungen in mehreren deutschen Städten insgesamt 1000 Menschen beteiligen wollten.
Genauso viele Personen hätten angegeben, dass sie dem Verband folgen würden, indem sie dem ganztägigen Streikaufruf auch ohne Teilnahme an der Demonstration folgen. Es wird jedoch erwartet, dass sich weiteres Praxispersonal beteiligen wird.
Verband: Mögliche Auswirkungen werden deutlich
Erstmals in seiner Geschichte hat der Verband die bundesweit 330.000 Medizinischen Fachangestellten (MFA) aus der ambulanten Versorgung dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Verbandspräsidentin Hannelore König äußerte sich zufrieden über die Resonanz auf den Warnstreik.
«Heute werden die Auswirkungen zwar nicht flächendeckend spürbar sein, aber dort, wo die MFA nicht zur Arbeit kommen, ist es ein Ausblick darauf, was droht, wenn wir nicht die Gehälter erhöhen», sagte König der Deutschen Presse-Agentur. «Ohne deutliche Verbesserungen für die MFA ist die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten gefährdet.» So wandere längst zunehmend Personal aus den Praxen in die Kliniken oder andere Arbeitsbereiche wegen besserer Vergütung ab.
Für mehr Gehalt
Im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen plant der Verband, die Forderung nach einer verbesserten Bezahlung zu betonen. Verschiedene Ärzteverbände haben sich mit den Streikenden solidarisiert und fordern die Politik und die Krankenkassen auf, die notwendigen Steigerungen der Personalkosten angemessen auszugleichen. Die größten Kundgebungen mit etwa 200 Teilnehmern sind in Berlin und Nürnberg geplant. Protestaktionen finden ebenfalls in Dortmund, Hamburg, Marburg und Stuttgart statt.
In den Praxen, die bestreikt werden, muss mit erheblichen Verzögerungen bei den Abläufen und längeren Wartezeiten gerechnet werden, für die wir die Patienten um Verständnis bitten, sagte eine Sprecherin des Verbands. Zu den Tätigkeitsbereichen gehören neben der Anmeldung und Terminvergabe auch die Unterstützung bei Untersuchungen, Behandlungen und chirurgischen Eingriffen. Die medizinischen Fachangestellten sind außerdem für die Dokumentation, Hygienemaßnahmen, das Praxismanagement und die Abrechnungen zuständig.








