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Verteidigungsminister besucht Truppen auf Fregatte «Hessen» vor gefährlichem Einsatz

Der Bundeswehr-Minister besucht die Soldaten vor dem gefährlichsten Marine-Einsatz der Geschichte, um Schutz von Handelsschiffen zu gewährleisten.

Es ist der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr, den Boris Pistorius als Verteidigungsminister zu verantworten hat.
Foto: Tobias Hase/dpa

Kurz vor dem gefährlichen Einsatz der Fregatte «Hessen» im Roten Meer besucht Verteidigungsminister Boris Pistorius heute die rund 240 Soldaten an Bord. Der Minister flog dazu bereits am Abend nach Kreta, wo das 143 Meter lange Kriegsschiff gerade einen Zwischenstopp auf dem Weg von Wilhelmshaven ins Einsatzgebiet einlegt. Sollte der Bundestag der Mission am Freitag wie erwartet zustimmen, wird die «Hessen» unmittelbar danach vom ägyptischen Suezkanal aus ins Rote Meer einfahren.

Die Außenminister der EU-Staaten hatten bereits grünes Licht für die Operation «Aspides» gegeben. Sie gilt als gefährlichster reiner Marine-Einsatz in der Geschichte der Bundeswehr. Vorrangiges Ziel der Mission ist der Schutz von Handelsschiffen vor Angriffen der militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen. Die Miliz will mit dem Beschuss von Schiffen ein Ende der israelischen Angriffe im Gazastreifen erzwingen. Auslöser des Gaza-Krieges waren der Terrorüberfall und das Massaker der islamistischen Hamas sowie anderer extremistischer Palästinensergruppen in Israel am 7. Oktober.

Flugabwehrraketen gehören zur Ausrüstung

Die Fregatte «Hessen» ist unter anderem mit Flugabwehrraketen ausgerüstet. Sie wurde speziell für den Geleitschutz und die Seeraumkontrolle konzipiert. Mit ihrem Radar kann sie nach Angaben der Bundeswehr einen Luftraum von der Größe der gesamten Nordsee überwachen. Ihre Flugabwehrraketen reichen mehr als 160 Kilometer weit. An Bord sind neben der Stammbesatzung und zwei Hubschraubern auch weitere Einsatzkräfte, darunter ein Ärzteteam und ein Militärpfarrer.

Erster neuer Auslandseinsatz unter Pistorius

Es ist der erste Auslandseinsatz der Bundeswehr, den Pistorius als Verteidigungsminister zu verantworten hat. Er hatte das Schiff bewusst bereits frühzeitig Richtung Rotes Meer geschickt, damit es gleich nach der Bundestagsabstimmung in den Einsatz einsteigen kann. Dazu wird es in den nächsten Tagen vom Hafen Souda auf Kreta Richtung Suezkanal aufbrechen.

Große Reedereien meiden Handelsroute

Der Seeweg durch das Rote Meer und den Suezkanal bleibt eine der bedeutendsten Handelsrouten weltweit. Aufgrund der Huthi-Angriffe umgehen große Reedereien immer öfter die kürzeste Seeverbindung zwischen Asien und Europa. Dies hat mittlerweile signifikante Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Daher haben die USA und Großbritannien kürzlich Ziele der Huthi im Jemen angegriffen.

Angriffe mit Raketen, Drohnen und Kamikaze-Booten

Die von Iran unterstützte Miliz greift die Schiffe im Roten Meer mit Raketen großer Reichweite, Drohnen und ferngesteuerten Kamikaze-Booten an. Die Fregatte hat die Aufgabe, zivile Schiffe zu eskortieren und Angriffe abzuwehren. Angriffe auf die Huthi-Miliz sind nicht Teil des Auftrags.

dpa