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Deutschland unterstützt Moldau gegen russische Bedrohungen

Deutschland sichert Moldau Unterstützung gegen hybride Kriegsführung zu, inklusive Lieferung von Transportfahrzeugen und Flugabwehrsystemen.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (r) wird von seinem moldauischen Kollegen Anatolie Nosatii mit militärischen Ehren begrüßt.
Foto: Jörg Blank/dpa

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat der kleinen ukrainischen Nachbarrepublik Moldau Beistand gegen Bedrohungen aus Moskau zugesichert. «Wir werden uns gemeinsam russischen Bemühungen hybrider Kriegsführung zur Destabilisierung weiterer Länder entgegenstellen», sagte der SPD-Politiker bei einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen Anatolie Nosatii in der Hauptstadt Chisinau. Moldau sei Teil der europäischen Familie und beeindruckende Schritte auf dem Weg für EU-Beitrittsverhandlung gegangen.

Die Definition von hybrider Kriegsführung umfasst, dass Angreifer eine Mischung aus traditionellen Militäreinsätzen, wirtschaftlichem Druck, Cyberangriffen sowie Propaganda in den Medien und sozialen Netzwerken einsetzen.

Weitere Unterstützung gegen Russland

Pistorius sicherte Moldau weitere Unterstützung auf dem Weg zu, widerstandsfähiger gegen Bedrohungen durch Russland zu werden. So habe man Verträge zur Lieferung von weiteren 14 geschützten Transportfahrzeugen vom Typ Piranha-3H unterzeichnet. 19 davon seien bereits 2023 geliefert worden. Die Auslieferung von schultergestützten Flugabwehrsystemen beginne voraussichtlich im nächsten Jahr. Zudem unterstütze Deutschland Moldau bei der Drohnenabwehr.

Es handelt sich auch um die Erstsanitätsausstattung für alle moldauischen Streitkräfte, sagte Pistorius. Deutschland wird in diesem Zusammenhang Erste-Hilfe-Rucksäcke im Wert von fast einer Million Euro liefern, um die Verteidigungsbereitschaft zu stärken.

Nosatii bedankte sich für die deutsche Unterstützung durch Hilfsprojekte und im Logistikbereich in den vergangenen drei Jahrzehnten. Bisher hätten über 430 moldauische Soldaten von Schulungskursen in verschiedene Bereiche wie Medizin, Artillerie sowie der Ausbildung des Militärs profitiert. Man wünsche sich derzeit nichts mehr, «als über ausreichende Verteidigungskapazitäten zu verfügen, den Frieden zu wahren und ein stabiles und prosperierendes Sicherheitsumfeld für die Bürger der Republik Moldau zu gewährleisten», sagte er laut offizieller Übersetzung

Deutsch-moldauische Verteidigungskooperation seit 2003

Die Verteidigungskooperation zwischen Deutschland und Moldau hat ihren Ursprung im Jahr 2003, als eine Vereinbarung über die militärische Zusammenarbeit unterzeichnet wurde. Nosatii präsentierte seinem deutschen Kollegen in einer Kasernenanlage Beispiele für Entwicklungsprojekte, die Deutschland gestartet hat, um das Land widerstandsfähiger gegen Destabilisierungsversuche Moskaus zu machen. Darunter waren unter anderem mehrere geschützte Transportfahrzeuge vom Typ Piranha.

Die proeuropäische Präsidentin Moldaus, Maia Sandu, strebt danach, die Anbindung an die EU zu fördern, wo ihr Land seit etwa zwei Jahren den Status als Beitrittskandidat hat. Trotzdem hat Russland weiterhin einen großen Einfluss in der von Armut geprägten Ex-Sowjetrepublik mit rund 2,5 Millionen Einwohnern. Dies ist besonders in der abtrünnigen Region Transnistrien der Fall, wo seit den 1990er Jahren russische Soldaten stationiert sind. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es immer wieder Befürchtungen, dass Moskau Unruhen in der Region als Vorwand nutzen könnte, um die Lage zu eskalieren.

dpa