Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Tagesbefehl an die Truppe: Wehrdienst zum Erfolg führen

Der Verteidigungsminister stimmt die Soldaten der Bundeswehr auf den neuen Wehrdienst ein. Er fordert gemeinsames Anpacken und schreibt: «Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen.»

Verteidigungsminister Pistorius und Generalinspekteur Breuer fordern Unterstützung für den neuen Wehrdienst. (Archivbild)
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Zum Beginn des neuen Wehrdienstes hat Verteidigungsminister Boris Pistorius die Männer und Frauen der Bundeswehr aufgefordert, geschlossen zu unterstützen. Das Vorhaben sei entscheidend für die Einsatzbereitschaft, den Aufwuchs und die Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte, schreibt der SPD-Politiker zusammen mit Generalinspekteur Carsten Breuer an die Truppe.

«Er ist ein zentraler Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Bundeswehr und für die Sicherheit unseres Landes», heißt es in dem Tagesbefehl, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Das Gesetz für den neuen Wehrdienst trat am 1. Januar in Kraft. Deutschland reagiert auf die Bedrohung durch Russland und die geänderten Nato-Ziele. Die stehende Truppe soll um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten wachsen, während es 200.000 Männer und Frauen in der Reserve geben wird.

In den nächsten Monaten die ersten Freiwilligen 

«700.000 Frauen und Männer ab dem Geburtsjahrgang 2008 erhalten in diesen Tagen einen Fragebogen», schreiben Pistorius und Breuer. Der Fragebogen solle Eignung und Bereitschaft für den neuen Wehrdienst erfassen. «Bereits in den darauffolgenden Monaten werden die ersten Freiwilligen ihren Dienst antreten», heißt es in dem Tagesbefehl weiter. 

Die gemeinsame Aufgabe sei: aufnehmen, ausbilden, einbinden. Der Erfolg des Wehrdienstes werde sich nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Truppe entscheiden. «Wer junge Menschen gewinnen will, muss sie ernst nehmen. Wer Leistung fordert, muss Sinn vermitteln», lautet die Aufforderung. 

Der Dienst solle interessant und fordernd gestaltet werden – und so, dass sich viele Wehrdienstleistende länger verpflichten. «Der neue Wehrdienst braucht eine Bundeswehr, die geschlossen hinter ihm steht», schreiben Pistorius und Breuer. 

Sie verweisen dabei auch darauf, dass einige Voraussetzungen dafür vielerorts erst noch geschaffen werden müssen: «Wir brauchen mehr Infrastruktur, mehr Ausrüstung, zusätzliche Unterkünfte und leistungsfähige Musterungszentren. All das treiben wir bereits seit Monaten voran und werden es weiter tun, um den Neuen Wehrdienst auf ein belastbares und attraktives Fundament zu stellen.»

Im Januar kommt Post vom Bund 

Mit der Einführung des neuen Wehrdienstes wird auch die Wehrerfassung wieder aufgenommen. Alle Männer und Frauen, die ab dem 1. Januar volljährig werden, erhalten als ersten Schritt den Fragebogen, um ihre Eignung und Motivation für die Bundeswehr zu erfassen.

Junge Männer sind gesetzlich verpflichtet, diesen auszufüllen, da gemäß dem Grundgesetz nur Männer wehrpflichtig sind. Junge Frauen haben die Möglichkeit, den Fragebogen freiwillig abzugeben. Die Bundeswehr bemüht sich seit Jahren, den Frauenanteil in den Streitkräften zu erhöhen.

Es gab lange politische Diskussionen darüber, ob das neue Dienstmodell hauptsächlich auf zusätzliche Anreize und Freiwilligkeit setzen sollte. In der Koalition aus Union und SPD gab es zuletzt auch ein Ringen. Die SPD bestand auf Freiwilligkeit, während aus der Union wiederholt offene Zweifel geäußert wurden.

Der Streit wurde mit einem Kompromiss beigelegt. Zu diesem gehört auch, dass für die Vergrößerung der Bundeswehr («Aufwuchs») Zielkorridore vereinbart wurden. Alle sechs Monate soll das Verteidigungsministerium darlegen, ob die Pläne noch im Ziel liegen. Sollte das nicht der Fall sein, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.

dpa