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Obama, Clinton und Biden sammeln Millionen für Wahlkampf in New York

Die drei Demokraten traten gemeinsam bei einem Fundraising-Event auf, begleitet von Kritik an der Nahost-Politik der US-Regierung und Protesten.

Zu der Veranstaltung mit Biden (M), Obama (l) und Clinton kamen mehrere Tausend Zuschauer.
Foto: Alex Brandon/AP

Die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton haben Amtsinhaber Joe Biden im Wahlkampf unterstützt. Die drei Demokraten traten gemeinsam bei einem großen Fundraising-Event in New York auf, das laut Bidens Wahlkampagne mehr als 26 Millionen Dollar einbrachte.

Bei dem Event in der Radio City Music Hall in Manhattan waren auch mehrere Musik-Stars anwesend. Die Wahlkampf-Show wurde von Kritik an der Nahost-Politik der US-Regierung begleitet: Protestierende unterbrachen die prominenten Demokraten auf der Bühne mehrmals mit Zwischenrufen. Andere demonstrierten draußen.

Der ehemalige republikanische Präsident Donald Trump, der plant, im November erneut gegen Biden bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten, war auch in New York unterwegs – jedoch für einen anderen Anlass und nicht zum Sammeln von Spenden. Trump bemüht sich jedoch weiterhin, auf verschiedenen Wegen Geld für seinen Wahlkampf zu beschaffen. Neuerdings versucht er sogar als Bibelverkäufer sein Glück.

Ein bisschen Show, ein bisschen Krieg

Bei der Veranstaltung mit Biden, Obama und Clinton waren mehrere tausend Zuschauer anwesend. Laut US-Medienberichten kosteten die Tickets zwischen 225 und einer halben Million Dollar. Der ehemalige Präsident Obama flog mit seinem früheren Vize Biden von Washington aus in der Regierungsmaschine Air Force One nach New York. Clinton stieß erst dort hinzu.

Die drei saßen zusammen auf der Bühne zu einer moderierten Diskussionsrunde, sprachen über Demokratie, das Leben im Weißen Haus, internationale Konflikte und schwierige Entscheidungen als Präsident. Obama und Clinton lobten Bidens Arbeit. Biden warnte wiederholt eindringlich vor Trump, der den Klimawandel leugnete, Grundrechte beschneiden wollte und sich gut mit Autokraten auf der Welt verstand.

Obama sagte, die Wähler stünden vor der Frage, wer sich wirklich für ihre Belange interessiere und sich um sie kümmere. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass der andere Kerl das nicht tut», sagte er über Trump – und schob mit Blick auf Biden nach: «Dieser Kerl tut es.»

Glamour und Schwung – das, was Biden braucht

Die drei Demokraten machten auch Witze, um etwas Lockerheit zu schaffen. Es gab auch verschiedene Showeinlagen, wie die Sängerin Lizzo und die Rapperin Queen Latifah. Biden kann im Wahlkampf definitiv etwas Glamour und Schwung gebrauchen. Sowohl in der Bevölkerung als auch in seiner Partei gibt es Bedenken aufgrund seines hohen Alters: Biden ist 81 Jahre alt.

Zum Beginn einer weiteren Amtszeit wäre er 82 Jahre alt, und am Ende dieser Amtszeit 86. Regelmäßig sorgt er mit Fehlern und Aussetzern für Gesprächsstoff. Dies nutzt hauptsächlich Trump aus, um die geistige Fitness seines Gegners in Frage zu stellen – obwohl der nur vier Jahre jüngere Republikaner selbst regelmäßig peinliche Fehler macht.

Biden hat seit Monaten mit niedrigen Umfragewerten zu kämpfen. Trotz des Wirtschaftswachstums und der niedrigen Arbeitslosigkeit sehen viele Wähler die Wirtschaft in einem schlechten Zustand. Auch die Nahost-Politik der US-Regierung hat zuletzt Wähler verärgert. Viele Muslime sowie junge, progressive Demokraten kritisieren Biden angesichts der vielen zivilen Opfer der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen und halten seinen Ton gegenüber der israelischen Führung für zu nachsichtig.

Derzeit vergeht kaum ein öffentlicher Auftritt Bidens, bei dem er nicht wegen seines Umgangs mit Israel von Störern unterbrochen wird. So auch in New York. Als der Präsident und seine Vorgänger dort länger über den Gaza-Krieg sprachen, gab es mehrfach Zwischenrufe. Protestierende riefen etwa «Blut an euren Händen», wie anwesende Reporter berichteten. Biden, Obama und Clinton wiederum verwiesen auf die komplexe Lage im Nahen Osten und auf das Leid beider Seiten in dem Konflikt. 

Der andere Ex-Präsident und sein Wahlkampf-Fundraising

Trump hatte in den Tagen vor dem Auftritt der drei Demokraten in Spendenaufrufen an seine Anhänger kritisiert und sie aufgefordert, ihm Geld zu geben, um den Millionen-Dollar-Einnahmen des Events entgegenzuwirken. Der Republikaner war am Donnerstag auch in New York unterwegs.

Er besuchte just außerhalb der Stadtgrenzen die Trauerfeier für einen getöteten New Yorker Polizisten. Trumps Wahlkampfkampagne versuchte, einen Kontrast zu zeichnen zwischen seinem Auftritt und dem von Biden, Obama und Clinton: Präsident Trump zolle einem getöteten Beamten Respekt, während die drei Demokraten eine «glitzernde Spendengala» mit elitären Wohltätern abhielten.

Der Republikaner nutzt jedoch jede Gelegenheit, um Geld für seinen Wahlkampf zu sammeln. Vor einigen Wochen brachte er goldene Trump-Turnschuhe für 399 Dollar pro Paar auf den Markt. Vor ein paar Tagen präsentierte er dann passend zu Ostern eine Bibel, die er zusammen mit dem Country-Sänger Lee Greenwood für 59,99 Dollar vermarktet.

Trump: Müssen Amerika wieder zum Beten bringen

«Alle Amerikaner brauchen eine Bibel in ihrem Haus, und ich habe viele davon. Es ist mein Lieblingsbuch», sagte Trump dazu in einem Werbevideo auf der von ihm mitbegründeten Plattform Truth Social. «Wir müssen Amerika wieder zum Beten bringen.» Greenwoods Lied «Gott segne die USA» läuft bei allen Trump-Auftritten. Dazu gibt es nun die «Gott segne die USA»-Bibel.

Trump benötigt nicht nur Gelder für den Wahlkampf, sondern auch für die zahlreichen rechtlichen Probleme, mit denen er konfrontiert ist. In verschiedenen zivilrechtlichen Verfahren wurde Trump zu enormen Geldstrafen verurteilt, und in vier strafrechtlichen Verfahren muss er vor Gericht erscheinen. All diese Verfahren kosten ihn im Wahljahr viel Zeit und vor allem Geld.

dpa