Die wirtschaftliche und humanitäre Lage in Venezuela ist katastrophal, der Unmut in der Bevölkerung groß. Über 21 Millionen Menschen sind dazu aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen.
Präsidentenwahl im Krisenstaat Venezuela beginnt

In Venezuela, a new head of state is being elected in the crisis-ridden country. „Schon wenige Minuten nach Öffnung der Wahllokale um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr MESZ) gab Präsident Nicolás Maduro seine Stimme in der Hauptstadt Caracas ab.“ Neben Maduro, der eine dritte Amtszeit anstrebt, bewerben sich neun weitere Kandidaten um das höchste Staatsamt. „Die besten Chancen werden neben Maduro dem früheren Diplomaten Edmundo González Urrutia vom Oppositionsbündnis Plataforma Unitaria Democrática zugerechnet.“
Laut mehreren Umfragen könnte Maduro nach elf Jahren an der Macht tatsächlich abgewählt werden. Allerdings wird nicht von einer freien und fairen Wahl ausgegangen. In letzter Zeit wurden viele Oppositionelle verhaftet und regierungskritische Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen.
Die EU ist nicht mit Beobachtern vertreten, da die Wahlbehörde Venezuelas eine Einladung aufgrund bestehender personenbezogener Sanktionen gegen Vertreter des Nationalen Wahlrats widerrufen hatte. Selbst die linksgerichtete Regierung Brasiliens hatte zuletzt angekündigt, keine Wahlbeobachter zu entsenden, nachdem es zu Sticheleien zwischen den Präsidenten beider Länder gekommen war.
Am Freitag wurden laut panamaischen Behörden vier ehemalige lateinamerikanische Präsidenten an der Anreise zur Wahlbeobachtung gehindert. Die Vereinten Nationen haben zwar einige Wahlexperten entsandt, aber ihre Rollen sind begrenzt, da das Gremium keine öffentlichen Erklärungen zur Bewertung des Wahlverlaufs abgibt.
Nur wenige Wahlberechtigte im Ausland dürfen auch abstimmen
Insgesamt haben etwa 21,6 Millionen Menschen das Recht zu wählen. Dies schließt auch die im Ausland lebenden Venezolaner ein. Allerdings wurden von den 4,5 Millionen Wahlberechtigten außerhalb des Landes nur etwa 69.000 registriert, die die von der Regierung festgelegten Voraussetzungen für die Stimmabgabe im Ausland erfüllen. Die Wahlen werden im ersten Wahlgang mit einfacher Mehrheit gewonnen.
Venezuela befindet sich seit langem in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Wirtschaft des einst wohlhabenden Landes mit reichen Erdölvorkommen leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Laut den Vereinten Nationen haben in den letzten Jahren mehr als sieben Millionen Menschen Venezuela aufgrund von Armut und Gewalt verlassen.








