E-Mails aus dem Gesundheitsministerium zeigen, dass ein Beamter im April 2020 von einem Marktpreis von 1,95 Euro pro Maske ausging, während Jens Spahn 100 Millionen Masken für 5,40 Euro bestellte. Die Untersuchung der Maskendeals wirft nun neue Fragen zur Beschaffung während der Pandemie auf.
Preisdisparität bei Maskenbestellungen: Enthüllungen aus E-Mail-Verkehr des Gesundheitsministeriums

Im April 2020 ergaben sich aus einem E-Mail-Austausch zwischen einem leitenden Beamten des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) und einem Maskenanbieter neue Erkenntnisse zur Maskenbeschaffung während der Corona-Pandemie. Die Korrespondenz legt nahe, dass das Ministerium zu diesem Zeitpunkt von einem Preis von 1,95 Euro pro Maske ausging, während Jens Spahn gleichzeitig 100 Millionen Masken zu einem Preis von 5,40 Euro bestellte.
Maskenbeschaffung und Preisunterschiede
Die E-Mails zeigen, dass die Preisgestaltung bei den Bestellungen des BMG in einem erheblichen Missverhältnis zu den Marktpreisen steht. Die Bestellung von Jens Spahn fiel auf den Zeitraum vom 23. bis 24. April 2020. Während der damalige Gesundheitsminister von einem höheren Preis ausging, existierten Informationen über die niedrigeren Marktpreise.
Untersuchung der Maskendeals
Die Maskenbestellung bei dem Schweizer Unternehmen Emix-Trading war ein zentraler Punkt der Kritik. Karl Lauterbach, Spahns Nachfolger, beauftragte eine Untersuchung, die von Margaretha Sudhof geleitet wurde. Laut dem Bericht der Untersuchung gab es Unstimmigkeiten, da keine formellen Verträge zur Bestellung vorlagen. Die Verhandlungen erfolgten über den Abgeordneten-Account von Jens Spahn.
Reaktionen auf die Maskenaffäre
Die laufenden Ermittlungen haben auch die Corona-Kommission des Bundestages beschäftigt, die am Montag die Methoden zur Maskenbeschaffung erörterte. Die Ausschreibung, bei der Masken zu einem Preis von 4,50 Euro pro Stück angeboten wurden, wurde von Experten als problematisch angesehen, da auch nicht zugelassene Masken in die Ausschreibung aufgenommen wurden.
Direktverträge und qualitative Bedenken
Ein weiterer Maskenanbieter, Michael Dornow, erhielt die Möglichkeit, an einem Ausschreibungsverfahren teilzunehmen. Trotz seiner Angebote für FFP2-Masken zu Preisen unter dem Marktpreis wurde ihm nahegelegt, einen Direktvertrag mit dem BMG abzuschließen, was zu einem weiteren Preisdisparität führte. Dornow gab an, dass er trotz seiner Bemühungen um eine qualitativ hochwertige Lieferung von Masken mit Problemen konfrontiert war.
Qualitätsprobleme und rechtliche Konsequenzen
Die Prüfungen der gelieferten Masken ergaben, dass 48 Prozent der Emix-Masken als mangelhaft eingestuft wurden. Dennoch erkannte das BMG viele Masken als mängelfrei an und zahlte dafür, was die rechtlichen und haushaltsrechtlichen Grundsätze in Frage stellt. Dies wirft Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit auf, die beim staatlichen Einkauf gelten sollten.
Aktuelle Entwicklungen und Rückblick
In der Folge der Enthüllungen hat sowohl Jens Spahn als auch Ingo Behnel betont, dass sie aus dem BMG ausgeschieden sind und keinen Zugang mehr zu den Vorgängen haben. Die Zürcher Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Emix nach fünf Jahren ein, da es keine Beweise für Wucher oder Bestechung gab. Dennoch bleibt die Maskenbeschaffungsaffäre ein zentraler Punkt der politischen Diskussion.
Die Untersuchungen und die Diskussionen rund um die Maskenbestellungen werden weiterhin die politische Landschaft beeinflussen und Fragen zur Verantwortung und Transparenz im Gesundheitssektor aufwerfen.
Quellen: tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








