Farage setzt konservative Regierungspartei unter Druck und träumt von Premierministeramt – mit Unterstützung von Donald Trump.
Rechtspopulist Nigel Farage gewinnt Sitz im britischen Parlament

Laut einer Prognose wird es dem Rechtspopulisten und Brexit-Befürworter Nigel Farage gelingen, in das britische Parlament einzuziehen. Der Vorsitzende der Partei Reform UK hat sich anscheinend im südostenglischen Wahlkreis Clacton-on-Sea durchgesetzt.
Für Farage ist es bereits der achte Versuch, ein Mandat für das Unterhaus zu erringen. Laut Prognose dürfte er nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent erfolgreich gewesen sein. Der 60-Jährige saß jahrzehntelang für die Ukip-Partei im EU-Parlament und gilt als treibende Kraft hinter dem Referendum über den EU-Austritt Großbritanniens. Er wird daher auch als «Mr. Brexit» bezeichnet.
Farages überraschende Kandidatur setzte die bisherige konservative Regierungspartei von rechts unter Druck und trug so zu ihrer vernichtenden Wahlniederlage bei. Dies zeigt sich auch im Ergebnis des zuerst ausgezählten Wahlkreises Houghton and Sunderland South in Nordostengland, in dem Reform UK die zweitstärkste Kraft hinter der Labour-Partei wurde und die Partei des unpopulären Premierministers Rishi Sunak auf den dritten Platz verwies.
Vorbild ist Ex-US-Präsident Trump
Farages erklärtes Ziel ist, die Tories mit weit mehr Abgeordneten im Parlament durch eine konservative Bewegung unter seiner Führung zu ersetzen. Vorbild ist Ex-US-Präsident Donald Trump, mit dem der Brite nach eigenen Angaben befreundet ist. Angesichts der innerparteilichen Streitereien bei den Konservativen werde er de facto Oppositionsführer sein, sagte Farage in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur während des Wahlkampfs.
Die Konservativen könnten tatsächlich vor einem vollständigen Neuanfang stehen. Suella Braverman, ehemalige Innenministerin und aussichtsreiche Kandidatin für die Nachfolge von Sunak, hat bereits über eine mögliche Aufnahme von Farage in ihre Partei spekuliert.
In fünf Jahren sei auch das Amt des Premierministers im Bereich des Möglichen, gab Farage an. Ob er sich mit Trump abgestimmt hat, wollte er nicht sagen. Zu privaten Gesprächen mit dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten äußere er sich zwar nie. «Aber er scheint ziemlich wohlwollend zu sein.»
„Das Treffen findet morgen um 15:00 Uhr im Konferenzraum statt“, sagte der Manager.








