In den vergangenen beiden Jahren war der Rechtspopulist Geert Wilders stärkste politische Kraft in den Niederlanden. Doch nach einer ersten Wahlprognose könnte er diese Position nun eingebüßt haben.
Prognose: Wilders nicht mehr stärkste Kraft

Laut einer Prognose hat die Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders bei der Parlamentswahl in den Niederlanden nicht die stärkste Kraft erreicht. Stattdessen wird die linksliberale Partei Demokraten 66 als Sieger in der ersten Prognose genannt, wie das niederländische Fernsehen nach Schließung der Wahllokale berichtete. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass beide Parteien sehr nah beieinander liegen und sich das Ergebnis noch ändern könnte.
Die linksliberalen Demokraten 66 (D66) unter der Führung von Rob Jetten können voraussichtlich mit 27 von insgesamt 150 Sitzen im Parlament in Den Haag rechnen. Wilders wird laut Prognose 25 Sitze erhalten. Bei der letzten Wahl vor zwei Jahren war der Islam- und EU-Gegner zum ersten Mal mit 37 Sitzen zur Nummer 1 geworden. Im Gegensatz dazu hatten vor dieser Wahl alle größeren Parteien eine Koalition mit ihm ausgeschlossen.
Laut der Prognose wird die rechtsliberale Regierungspartei VVD voraussichtlich mit 23 Sitzen im Parlament vertreten sein. Das rot-grüne Bündnis GroenLinks/PvdA erhält demnach 20 Mandate. Die Christdemokraten folgen dahinter mit 19 Sitzen.
Die Prognose des niederländischen Fernsehens basiert auf Nachwahlbefragungen. Erste Hochrechnungen auf der Basis von Ergebnissen werden erst im Laufe der Nacht erwartet.
Nach einem Jahr ließ Wilders die Koalition platzen
Die Wahl in den Niederlanden war notwendig geworden, nachdem die vorherige Regierung im Juni dieses Jahres vorzeitig ausgeschieden war. Die Regierung, bestehend aus vier Parteien, galt als die rechteste in der Geschichte der Niederlande. Die stärkste Partei unter den vier Koalitionspartnern war die Partei für die Freiheit (PVV) von Wilders. Jedoch wurde Wilders selbst nicht Ministerpräsident, sondern diese Position wurde vom parteilosen ehemaligen Spitzenbeamten Dick Schoof besetzt.
Wilders zog sich jedoch bereits nach weniger als einem Jahr mit seiner Partei wieder aus der Regierung zurück. Seine Begründung war, dass die anderen drei Koalitionspartner die Umsetzung einer harten Anti-Migrations-Politik nicht unterstützten.
Dieses Mal lehnen alle großen Parteien eine Zusammenarbeit mit Wilders ab. Deshalb scheint es unwahrscheinlich, dass seine Partei erneut an der Regierung beteiligt sein wird. Wer die neue Regierung stattdessen anführen wird, ist noch unklar, aber grundsätzlich hat der Spitzenkandidat der stärksten Partei die besten Chancen. Das wäre der 38-jährige Rob Jetten von D66.








