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Prozess um Anschlag auf Demo gestartet

Es ist fast ein Jahr her, dass ein Autofahrer in München in eine Menschenmenge raste, Mutter und Kind tötete und Dutzende Menschen verletzte. Jetzt beginnt der Prozess.

Das zerstörte Auto nach dem Anschlag. (Archivbild)
Foto: Matthias Balk/dpa

Der Prozess vor dem Oberlandesgericht München hat begonnen, bei dem es um den Anschlag auf eine Demonstration in München geht, bei dem zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt einen 25-jährigen Afghanen des zweifachen Mordes und des 44-fachen Mordversuchs. Als Motiv geht sie von islamistischem Terrorismus aus.

Der Beschuldigte versteckte sein Gesicht hinter einer roten Mappe und hob den rechten Zeigefinger – eine weit verbreitete Geste unter Muslimen weltweit, die den Glauben an den einen und einzigen Gott symbolisieren soll.

Der Beschuldigte wurde vor fast einem Jahr, am 13. Februar 2025, noch am Tatort festgenommen, nachdem er mit seinem Kleinwagen in die Menschenmenge gerast war. Er wird beschuldigt, das Auto gezielt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi mit rund 1.400 Teilnehmern gelenkt zu haben. Eine Mutter und ihre erst zwei Jahre alte Tochter starben, 44 weitere Menschen wurden verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich.

Nach Ermittlerangaben hatte der Mann «Allahu Akbar» gerufen und nach seiner Tat gebetet. In seiner Vernehmung habe er eingeräumt, bewusst in die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Demonstrationszugs gefahren zu sein – «aus einer übersteigerten religiösen Motivation heraus», wie die Ermittler es einschätzen. 

Die Verhandlung begann mit etwa 45 Minuten Verspätung aufgrund langer Schlangen an der Einlasskontrolle. Bis zum Sommer sind Verhandlungstermine am OLG München geplant, das Urteil könnte am 25. Juni verkündet werden.

dpa