Russland zieht 150.000 Soldaten zwischen 18 und 30 Jahren ein, um den Grundwehrdienst zu leisten, jedoch nicht im Kriegsgebiet in der Ukraine.
Neue Einberufungswelle in Russland: 150.000 Wehrpflichtige zum Dienst eingezogen

Russland wird ab diesem Montag (1. April) wie üblich im Frühjahr rund 150.000 Wehrpflichtige zum Grundwehrdienst einberufen. Ein entsprechender Erlass von Kremlchef Wladimir Putin wurde am Sonntag in Moskau veröffentlicht. Die Soldaten werden regulär zum zwölfmonatigen Grundwehrdienst einberufen, aber nicht im Kriegsgebiet in der Ukraine eingesetzt, hatte das russische Verteidigungsministerium zuvor mitgeteilt.
Gemäß dem Dekret sollen bis zum 15. Juli 150.000 Soldaten im Alter von 18 bis 30 Jahren eingezogen werden. In Russland finden zweimal im Jahr – im Frühjahr und im Herbst – solche regulären Einberufungswellen statt.
Auch das Verteidigungsministerium in Moskau hat das Dokument veröffentlicht, das auch die Entlassung derjenigen vorsieht, die den Grundwehrdienst absolviert haben. Die ausgebildeten Soldaten haben jedoch auch die Möglichkeit, sich zum Kriegsdienst in der Ukraine zu verpflichten. Beobachter gehen davon aus, dass der Druck innerhalb der Truppe groß ist, einen solchen Vertrag zu unterzeichnen.
Russland führt seit über zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine und ist aufgrund hoher Verluste weiterhin auf ständigen Nachschub angewiesen. Laut unabhängiger Medienberichte hat Moskau seit dem Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 bereits Zehntausende Soldaten verloren. Offizielle Angaben zu den Gefallenen gibt es in Russland nicht.
Ist eine weitere Mobilmachung geplant?
Seit Tagen wird auch spekuliert, ob eine weitere Mobilmachung von Reservisten für den Krieg in der Ukraine geplant sein könnte. Putin dürfte für das Erreichen seiner Kriegsziele deutlich mehr Personal benötigen und könnte nun nach seiner Wiederwahl eine weitere Mobilmachung anordnen. Militärexperten halten es für möglich, dass Russland neben den bisher teilweise besetzten Gebieten Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson auch die Regionen Charkiw und Odessa erobern will.
In der Vergangenheit hatte der Machtapparat in Moskau erklärt, es gebe ausreichend Freiwillige, die einen Kriegsdienst ableisteten und in der Ukraine die «entsprechenden Aufgaben erfüllen». Hunderttausende hatten im vergangenen Jahr einen solchen Vertrag nach offiziellen Angaben unterschrieben.
Während einer Teilmobilmachung im Herbst 2022 wurden 300.000 Reservisten einberufen. Die Mobilmachung hatte im Herbst des Vorjahres in der Gesellschaft zu massiven Protesten geführt, und Hunderttausende Reservisten waren zudem aus Angst, einberufen zu werden, ins Ausland geflohen.








