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Putin verlässt Russland

Kreml-Chef Wladimir Putin verlässt sein Heimatland. Vor kurzem gab es Gerüchte über ein Attentatsversuch auf den russischen Präsidenten.

Wladimir Putin
Wladimir Putin (Archivfoto)
Foto: Depositphotos

Kreml-Chef Putin verlässt Russland, obwohl der Krieg gegen die Ukraine immer noch tobt und keine Ende abzusehen ist. Seit über vier Monaten kämpfen Putins Truppen in dem Land und können kaum Erfolge vorweisen.

Dafür sind die Verluste gigantisch. Die ukrainische Armee hat laut eigener Angaben zwischen dem 24. Februar und dem 27. Juni rund 35.000 russische Soldaten getötet. Dies teilte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mit, wie ein Korrespondent von „Ukrinform“ berichtete.

Schock für Putin: Armee verliert unmengen Waffen und Ausrüstung

Die ukrainischen Verteidiger zerstörten außerdem 1.552 (+20) feindliche Panzer, 3.687 (+28) gepanzerte Kampffahrzeuge, 771 (+7) Artilleriesysteme, 243 (+0) Mehrfachraketen-Systeme, 101 (+2) Flugabwehrsysteme, 217 (+0) Kampfflugzeuge, 184 (+0) Hubschrauber, 636 (+6) operative und taktische UAVs, 139 (+0) Marschflugkörper, 14 (+0) Kriegsschiffe/Boote, 2.575 (+11) sonstige Fahrzeuge und Tanklastzüge und 60 (+0) Spezialausrüstung. Alle Angaben lassen sich nur schwer unabhängig überprüfen.

ukrinform.net

Gerüchte über Attentatsversuch auf Putin

Außerdem mehren sich Gerüchte über ein Attentat auf Putin – diese werden gezielt vom ukrainischen Geheimdienst angeheizt. Es wurde schon mehrfach über die wechselnden geheimen Aufenthaltsorte Putins spekuliert.

Der Kreml-Diktator soll sich sehr zurückgezogen haben und nur noch in versteckten Bunkern leben, umgeben von sehr wenigen Vertrauten und Personenschützern. Seit dem bekannt werden von Putins Plan Russland mit dem Flugzeug zu verlassen, wird in Geheimdienstkreisen viel über den Hintergrund spekuliert.

Putin unternimmt erste Auslandsreise nach Kriegsbeginn

Er soll laut verschiedener Berichte in den nächsten Tagen Zentral-Asien besuchen. Putin soll zuerst nach Tadschikistan fliegen und Gespräche mit dem Präsidenten Emomali Rachmon führen. Das berichtet das russische Staatsfernsehen, ohne allerdings ein genaues Datum zu nennen. Die ehemalige Sowjet-Republik gehört zu den wenigen Bündnispartnern Russlands.

Danach soll es weiter nach Turkmenistan fliegen und an einem Gipfel der Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres teilnehmen – das hatte der Kremlsprecher Dmitri Peskow gegenüber der Staatsnachrichtenagentur Tass angekündigt.

Seine letzte bekannte Reise führte in nach China zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele. Putin ist oder fühlt sich ständig von Attentätern bedroht und hat ein umfassendes Schutznetz um sich errichtet. Gerade eine Reise ist besonders riskant und es drohen viele unbekannte Gefahren.

Kyrylo Budanov, der Chef des ukrainischen Nachrichtendienstes, erklärte vor kurzem in einem TV-Interview, dass Wladimir Putin bei einer Reise vor zwei Monaten in den Kaukasus einen Attentatsversuch überlebt habe. „Dies ist eine vertrauliche Information. Der Versuch war absolut erfolglos, aber er hat wirklich stattgefunden. Es war vor etwa zwei Monaten.“, wird Budanov von „Daily Star“ zitiert.

So ist die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg

Vor seiner geplanten Videoschalte beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj abermals schnellere Waffenlieferungen an sein Land gefordert.

«Wir brauchen eine schlagkräftige Luftverteidigung – modern, voll wirksam», sagte er in der Nacht in seiner täglichen Videoansprache. Allein am Samstag seien 62 russische Raketen in seinem Land eingeschlagen. Derweil ist die Stadt Lyssytschansk in der Ostukraine weiterhin heftig umkämpft.

Jede Verzögerung von Waffenlieferungen an die Ukraine sei eine Einladung an Russland, weiter zuzuschlagen, meinte Selenskyj. Die G7-Länder, zu denen Deutschland, die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan zählen, verfügten gemeinsam über so viel Potenzial, «um die russische Aggression gegen die Ukraine und Europa zu stoppen» sagte Selenskyj. «Es gibt bereits einige Vereinbarungen. Die Partner müssen sich schneller bewegen.»

Verteidigungsminister fordert Raketenabwehrsysteme

Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow forderte konkret moderne Raketenabwehrsysteme mit hoher Reichweite vom Westen. Diese müssten schnell stationiert werden, um so auch die Sicherheit für europäische Städte zu gewährleisten, schrieb er bei Facebook.

Er bezeichnete Raketenangriffe auf «friedliche ukrainische Städte» als heimtückisch, weil sie entweder vom russischen Territorium aus oder von Belarus oder vom Kaspischen und Schwarzen Meer aus abgefeuert würden. Resnikow schlug zudem eine Entmilitarisierung von Teilen Russlands vor als Voraussetzung für die Wiederaufnahme von Beziehungen zwischen Moskau und dem Westen.

Auch in der Nacht zum Montag gab es wieder einen schweren Raketenangriff. Im Gebiet Odessa im Süden der Ukraine sind sechs Menschen dabei zu Schaden gekommen. Die Rakete sei von einem russischen strategischen Bomber des Typs Tu-22 abgefeuert worden, teilte das ukrainische Wehrkommando Süd am Montag mit.

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Ukrainisches Militär verhindert Kessel um Lyssytschansk

Das ukrainische Militär schlug derweil nach eigenen Angaben westlich von Lyssytschansk russische Angriffe zurück und verhinderte damit eine Einkesselung der strategisch wichtigen Großstadt im Osten der Ukraine.

«Nahe Werchnjokamjanka haben die Verteidigungskräfte dem Feind erhebliche Verluste zugefügt und ihn zum Rückzug gezwungen», teilte der ukrainische Generalstab am Montag in seinem Lagebericht mit. Werchnjokamjanka liegt nur wenige Kilometer westlich von Lyssytschansk an der letzten wichtigen Versorgungsstraße für die Stadt.

Lyssytschansk selbst war nach ukrainischen Angaben erneut Ziel schwerer Luft- und Artillerieangriffe. Russische Einheiten stehen im Süden bereits am Stadtrand. Mehrere Vororte sind ebenfalls unter Feuer geraten. In der Stadt sollen noch mehrere tausend ukrainische Soldaten stationiert sein.

Erneut Bohrinsel im Schwarzen Meer angegriffen

Im Schwarzen Meer ist erneut eine Gasförderplattform angegriffen worden. Das teilten Vertreter der von Russland einverleibten Halbinsel Krim am Sonntagabend mit, wie die russische Staatsagentur Tass meldete. Sie machten die Ukraine für den Angriff verantwortlich.

Das ließ sich nicht überprüfen. Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es. Unklar war, ob ein Feuer ausbrach. Erst am Montag waren drei Bohrinseln im Schwarzen Meer mit Raketen attackiert worden. Die ursprünglich ukrainischen Anlagen waren im März 2014 im Zuge der Annexion der Krim besetzt worden.

Moskau stellt erneut Bedingung für Verhandlungen mit Kiew

Russland hat abermals Verhandlungen mit der Ukraine an die Bedingung geknüpft, dass Kiew die Forderungen Moskaus akzeptiert. Das sagte die Vorsitzende des russischen Föderationsrats, Valentina Matwijenko, wie die Staatsagentur Tass meldete.

Die in der Öffentlichkeit geäußerten Forderungen Moskaus zu Beginn des Kriegs bestanden etwa in der Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Staatsgebiet.

Selenskyj an Belarus: Lasst Euch nicht in Krieg hineinziehen

Selenskyj rief die Menschen im Nachbarland Belarus dazu auf, sich nicht in den russischen Angriffskrieg hineinziehen zu lassen. «Der Kreml hat bereits alles für Euch entschieden», sagte er am Sonntag mit Blick auf Moskau. «Aber Ihr seid keine Sklaven und Kanonenfutter.

Ihr dürft nicht sterben.» Am Samstag hatte sich der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kremlchef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können.

Von der Leyen: G20 nicht von Putin kaputtmachen lassen

Am Rande des G7-Gipfels sprach sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegen einen Boykott des G20-Gipfels im Herbst aus – auch wenn Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte. «Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür», sagte von der Leyen aus Bayern dem ZDF-«heute journal». «Meines Erachtens ist G20 zu wichtig, auch für die Entwicklungsländer, die Schwellenländer, als dass wir uns dieses Gremium kaputt machen lassen sollten auch wieder von Putin.»

as, dpa
Quellen: News.de