Kurdische Kräfte ziehen sich zurück, USA besorgt um Zusammenarbeit im Kampf gegen IS.
Syrische Regierungstruppen erobern Gebiete im Norden und Osten Syriens

Syrische Regierungstruppen haben durch einen schnellen Vorstoß Gebiete im Norden und Osten des Landes erobert. Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) unter kurdischer Führung haben ihre Truppen aus zuvor von ihnen kontrollierten Gebieten zurückgezogen, wobei es zu Gefechten kam. Die SDF sind ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS).
Einnahme großer Ölfelder
Laut der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana haben die Regierungstruppen die Stadt Tabka im Norden sowie den Euphrat-Staudamm eingenommen. Der Euphrat-Staudamm ist der größte Staudamm des Landes.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass die Regierungstruppen mehrere Dörfer in der ostsyrischen Provinz Deir al-Sur eingenommen haben, nachdem sich SDF-Kämpfer aus dem Gebiet zurückgezogen haben. Die SDF haben sich auch aus den großen Ölfeldern al-Omar und al-Tanak zurückgezogen, die dann von Regierungstruppen übernommen wurden. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort.
International vermitteltes Abzugsabkommen
Der Angriff der Regierungstruppen auf kurdisch kontrollierte Gebiete erfolgte nach einem international vermittelten Abzugsabkommen, das am Freitag von SDF-Chef Maslum Abdi angekündigt wurde, um die Spannungen zwischen den beiden Seiten zu verringern.
Abdi erklärte, dass die Entscheidung zum Rückzug als Geste des guten Willens getroffen wurde. Dies sei Teil der Verpflichtung, ein im letzten Jahr geschlossenes Abkommen umzusetzen, das die Integration der SDF in die Regierungstruppen nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorsieht.
Die SDF beschuldigten die Regierung in Damaskus jedoch, das Abkommen zu brechen und in Gebiete vorzurücken, die nicht von der Vereinbarung abgedeckt sind.
Das US-Regionalkommando (Centcom) für den Nahen Osten hat die syrischen Regierungstruppen aufgefordert, alle offensiven Operationen in den Gebieten zwischen Aleppo und Tabka einzustellen. In einer Erklärung des Centcom-Kommandanten Brad Cooper hieß es, dass eine koordinierte Zusammenarbeit mit den syrischen Partnern für den Kampf gegen die IS-Terroristen erforderlich sei.
Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Gefechten
Südöstlich von Aleppo war es zuvor zu Gefechten zwischen kurdischen Milizen und Regierungstruppen gekommen. Die SDF warfen der Übergangsregierung einen «hinterhältigen Angriff» vor. Die syrische Armee ihrerseits erklärte, ihre Truppen seien angegriffen worden. Die Übergangsregierung beschuldigt die SDF, Anhänger der gestürzten Assad-Regierung sowie PKK-Mitglieder zu dulden.
Beobachter fürchten, dass die fortwährenden Spannungen zwischen den kurdischen Kräften und der Regierung zu einem größeren Konflikt führen könnten.








