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Polizeieinsatz vor EM-Finale in Berlin gegen mögliche Terroristen

Wohnungen durchsucht, keine konkreten Anschlagspläne bekannt, Sicherheitsmaßnahmen getroffen für Olympiastadion-Finale.

Englische Fans feiern vor dem EM-Finale in Berlin.
Foto: Christophe Gateau/dpa

Die Polizei ist vor dem Finale der Fußball-EM gegen drei Männer vorgegangen, aus Sorge vor einem islamistischen Terroranschlag. Spezialeinsatzkommandos aus Brandenburg und Berlin durchsuchten ihre Wohnungen in Potsdam, wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage bestätigte.

Die Verdächtigen seien auf Grundlage polizeilichen Gefahrenabwehrrechts überprüft und festgehalten worden. In Berlin seien vorsorgliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden mit Blick auf das Finale im Olympiastadion am Abend. Es seien jedoch «keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne» bekanntgeworden», sagte die Sprecherin. «Der Einsatz zum EM-Finale verlief in Berlin ohne besondere Vorkommnisse bzw. Ereignisse mit Bezug zum Gefährdungshinweis», teilte sie mit.

Bericht: Verdächtige unter Beobachtung

Nach ihren Angaben hatte die Polizei einen Hinweis bekommen zu einem möglicherweise bevorstehendem Anschlag. Ob dieser vom Verfassungsschutz in Deutschland oder aus dem Ausland kam, sagte die Sprecherin nicht. Weitere Angaben zu den Hintergründen des Einsatzes könnten aus «ermittlungstaktischen Gründen», nicht gemacht werden, hieß es. 

Laut «Bild»-Zeitung wurden die Männer bereits vom Verfassungsschutz beobachtet, weil sie als IS-Anhänger bekannt sind. Nach Informationen der Zeitung sollen sie am 13. Juli am Breitscheidplatz mit ihren Handys Fotos der Gedächtniskirche und der Umgebung gemacht haben – offenbar, um das Areal und die Sicherheitsmaßnahmen auszuspähen.

Tausende Fans zum EM-Finale in Berlin 

Auf dem Platz versammeln sich üblicherweise Fußballfans vor einem Spiel, um zu feiern. Vor dem EM-Endspiel zwischen der englischen und spanischen Nationalmannschaft bereiteten sich Tausende Engländer dort auf den Abend vor. Weitere Tausende spanische Fans feierten in der Nähe des Olympiastadions. Außerdem verfolgten Tausende Menschen das EM-Finale in den Fanzonen am Brandenburger Tor und Reichstagsgebäude.

Vor etwa acht Jahren starben insgesamt 13 Menschen bei einem islamistischen Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz – einer von ihnen erlag später seinen Verletzungen. Über 70 Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Am 19. Dezember 2016 entführte ein islamistischer Terrorist einen Lastwagen und fuhr damit auf den Weihnachtsmarkt am Kurfürstendamm. Der Attentäter flüchtete nach Italien, wo er von Polizisten erschossen wurde.

dpa