Rheinmetall-Chef Armin Papperger äußert sich kritisch zur ukrainischen Drohnenproduktion und vergleicht sie mit „Lego-Bausteinen“. Seine Äußerungen sorgen für Empörung und werfen Fragen zur Innovationskraft der Ukraine auf.
Rheinmetall-Chef äußert sich kritisch zu ukrainischen Drohnenentwicklungen

Die Ukraine hat in den letzten Jahren zunehmend kostengünstige Drohnen eingesetzt, um sich gegen die russischen Angreifer zu verteidigen. Armin Papperger, der CEO des Rüstungsunternehmens Rheinmetall, äußerte jedoch Zweifel an der Technologie und verglich sie mit „Lego-Bausteinen“.
In einem Interview mit dem Magazin „The Atlantic“ sorgte Papperger mit seinen Äußerungen über die ukrainische Drohnenindustrie für Spott und Empörung. Er stellte infrage, ob die Entwicklungen in der Ukraine tatsächlich innovativ seien. „So spielt man mit Lego-Steinen“, sagte er und fragte weiter: „Was ist die Innovation der Ukraine?“ Papperger betonte, dass es keinen technologischen Durchbruch gegeben habe und dass die Ukraine lediglich mit kleinen Drohnen arbeite, die seiner Meinung nach nicht mit der Technologie von großen Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin oder Rheinmetall vergleichbar seien.
Reaktionen auf Pappergers Äußerungen
Die Reaktionen auf Pappergers Aussagen in der Ukraine waren einheitlich negativ. Der ukrainische Drohnenhersteller SkyFall erklärte: „Wenn eine Drohne, die von ukrainischen ‚Hausfrauen‘ gebaut wurde, ausreicht, um Panzer und Artillerie auszuschalten, dann sind wir wohl offiziell in der Ära der ‚Hausfrauen‘ angekommen.“ Alexander Kamyshin, Berater des ukrainischen Präsidenten, wies in einem Post auf X darauf hin, dass die ukrainischen Drohnen bereits mehr als 11.000 russische Panzer zerstört hätten.
Richard Woodruff, ein britischer Freiwilliger, der die Ukraine seit 2022 unterstützt, teilte ein Bild von sich vor einem Stapel von Drohnen und kommentierte spöttisch, dass er erst heute erfahren habe, dass er „eine ukrainische Hausfrau“ sei.
Ukrainische Drohnen im Einsatz
Seit Beginn der russischen Vollinvasion hat die Ukraine ihre Drohnentechnologie kontinuierlich weiterentwickelt. Insbesondere unbemannte Fluggeräte, oft handelsübliche Kleindrohnen, die mit Sprengstoff ausgestattet sind, haben den russischen Streitkräften erhebliche Verluste zugefügt. Die ukrainische Rüstungsindustrie hat zudem begonnen, eigene Kriegsdrohnen zu entwickeln. Diese Drohnen, die häufig für weniger als 1.000 Euro gebaut werden, haben es den Ukrainern ermöglicht, schweres Militärgerät der russischen Truppen im Wert von mehreren Millionen Euro zu zerstören.
Rheinmetall, das vor allem Panzer, Artillerie, Munition und Militär-Lkw herstellt, hat auch einige seiner Waffen im Ukraine-Krieg eingesetzt. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen mit 33.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 29 Prozent entspricht. Die Unternehmenszentrale befindet sich in Düsseldorf, und das größte Werk ist im niedersächsischen Unterlüß angesiedelt.
Auf die Kritik an Pappergers Äußerungen reagierte Rheinmetall mit einer Erklärung auf X, in der das Unternehmen den „höchsten Respekt“ vor den Leistungen der Ukrainer bei der Verteidigung ihres Landes betonte. In der Mitteilung heißt es: „Jede Frau und jeder Mann in der Ukraine leistet einen unschätzbaren Beitrag. Vor allem gebührt der Ukraine Respekt dafür, wie sie mit begrenzten Ressourcen hoch effektiv kämpft. Die innovative Stärke und der Kampfgeist der Ukrainer sind eine Inspiration für uns. Wir sind dankbar, die Ukraine mit unseren Mitteln unterstützen zu können.“
Fazit
Die Äußerungen von Armin Papperger haben nicht nur in der Ukraine, sondern auch international für Aufsehen gesorgt. Die Debatte über die Effektivität und Innovationskraft der ukrainischen Drohnenindustrie wird weiterhin geführt werden, während die Ukraine ihre Bemühungen fortsetzt, sich gegen die russischen Angriffe zu verteidigen. Italien schlägt Alarm: Regierung interveniert bei Spritpreisen








