Sein politischer Aufstieg begann als innerparteilicher Rebell. Trotz Beliebtheit wurde er von Korruptionsvorwürfen erschüttert und musste zurücktreten.
Robert Fico: Ein umstrittener Politiker im Wandel der Zeit

Seit fast dreißig Jahren ist Robert Fico einer der beliebtesten, aber auch polarisierendsten Politiker der Slowakei. Während ihn in der liberalen Hauptstadt Bratislava und in anderen größeren Städten das wohlhabende Bildungsbürgertum verachtet, verehren ihn die meisten Bewohner der wirtschaftlich benachteiligten Randregionen. Das spiegelt sich regelmäßig auch in den Ergebnissen von Parlamentswahlen wider, in denen sich das Land in zwei vollkommen unterschiedlich gefärbte Teile spaltet.
Ficos politische Karriere begann in den 1990er Jahren als interner Rebell der von ehemaligen Reformkommunisten gegründeten «Partei der Demokratischen Linken» (SDL). Als die Linkspartei 1998 eine Koalition mit konservativen und liberalen Parteien unter der Führung des Christdemokraten Mikulas Dzurinda einging, gründete Fico seine eigene Partei Smer (Richtung).
Durch die Anprangerung der weit verbreiteten Korruption der Dzurinda-Regierung wurde er jahrelang zum beliebtesten Politiker und übernahm ab 2006 erstmals selbst die Führung einer Regierung. Seitdem konnten seine Gegner ihn nur in zwei kurzen Phasen 2010 bis 2012 und 2018 bis 2023 vorübergehend entmachten. Seine lange Amtszeit führte jedoch dazu, dass sich immer mehr Trittbrettfahrer und zwielichtige Unternehmer um den einstigen Korruptionsbekämpfer sammelten, die nach Macht strebten. So wurde Fico selbst zu einer Symbolfigur für Korruption.
Journalistenmord erschüttert Land – Fico tritt zurück
Im Jahr 2018 wurde die Machtbasis des Investigativjournalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova durch den Doppelmord erschüttert. Während der Mordermittlungen deckten Oppositionsmedien immer mehr Korruptionsverdacht auf, der bis in höchste Regierungsämter reichte. Aufgrund von Massenkundgebungen trat Fico unter Druck zurück. Seitdem beschwert er sich, dass die Opposition und ihnen nahestehende Medien einen Art Putsch organisiert hätten, indem sie den Eindruck erweckten, seine Regierung hätte direkt mit dem Journalistenmord zu tun.
Seit der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in der Ukraine, die Fico stets verurteilt hatte, titulieren ihn seine Gegner als «prorussischen» Politiker nach dem Vorbild von Ungarns Viktor Orban. Tatsächlich klopft Fico zwar immer wieder kritische Sprüche gegen die «korrupte» ukrainische Führung, trägt aber auf EU-Ebene alle Sanktionen gegen Russland widerspruchslos mit.








