RTL-Reporter tauchen ein Jahr lang undercover in ein russisches Netzwerk für “Wegwerfagenten” ein und enthüllen Spionageaufträge gegen die CDU sowie Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland. Die Recherche zeigt, wie leicht Menschen für russische Interessen rekrutiert werden können.
RTL-Reporter enthüllen geheimes Spionagenetzwerk für “Wegwerfagenten” in Russland

Ein Jahr undercover im mutmaßlichen russischen Agentennetzwerk: RTL-Reporter haben Spionageaufträge, Sabotagepläne und die Rekrutierung von Helfern über den Messengerdienst Telegram dokumentiert. Eine Reporterin wurde enttarnt und erhielt sogar Morddrohungen.
Die Recherchen des RTL-Formats “stern Investigativ” enthüllen, dass es Spionageaktivitäten gegen die CDU sowie die deutsche Rüstungsindustrie gibt. Zudem werden Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Russlands Geschäft mit rekrutierten Helfern in Deutschland thematisiert. Ein gescheiterter Sprengstoffangriff auf ukrainische Frachtflugzeuge am Flughafen Leipzig/Halle hat erneut die Frage aufgeworfen, ob Deutschland systematisch Ziel hybrider Angriffe durch sogenannte “Wegwerfagenten” russischer Geheimdienste ist.
Die verdeckte Recherche
Um das System hinter den Wegwerfagenten zu verstehen, begaben sich RTL-Reporter über einen Zeitraum von einem Jahr undercover in ein Netzwerk zur Rekrutierung dieser Agenten. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erhielten sie über Telegram Aufträge von mutmaßlich russischen Akteuren, die sie gegen Bezahlung in Bitcoin erfüllen sollten. Zu den Aufträgen gehörten das Ausspionieren einer Menschenrechtsorganisation, das Beschaffen von Informationen über deutsche Rüstungsunternehmen und das Infiltrieren einer politischen Partei.
Die gesamte Reportage “Putins Wegwerfagenten – Die billigen Vollstrecker” ist ab dem 19. August um 18:45 Uhr auf RTL+ verfügbar. Zudem wird eine erweiterte Version der Reportage am 2. September um 20:15 Uhr ausgestrahlt.
Das System der Rekrutierung
Die Recherche zeigt, dass russische Gruppierungen gezielt nach Personen suchen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken oder aus schwierigen Lebensumständen stammen. Die Aufträge erscheinen zunächst harmlos und versprechen schnelles Geld – etwa durch das Fotografieren von Objekten oder das Abholen von Paketen. Doch diese scheinbar einfachen Aufgaben sind oft Teil eines größeren Plans mit potenziell schwerwiegenden strafrechtlichen Folgen.
Das RTL-Team rekonstruiert zudem einen mutmaßlichen Sabotageakt, bei dem vor zwei Jahren präparierte Pakete in Frachtflugzeugen am Flughafen Leipzig/Halle in Brand geraten sollten. Außerdem trafen die Reporter in Litauen auf einen angeklagten mutmaßlichen Wegwerfagenten und konnten den wenig bekannten Rüstungsmanager Stefan Thumann ausfindig machen, um exklusiv mit ihm zu sprechen.
Bedrohung und Enttarnung
Mindestens zwei mutmaßliche Wegwerfagenten sollen Thumann im Auftrag Russlands ausspioniert und verfolgt haben. Bei der Festnahme eines der Agenten wurde eine Machete gefunden. Thumann, dessen Unternehmen Drohnen für die Ukraine produziert, lebt aufgrund der anhaltenden Bedrohung mittlerweile versteckt. Die Recherchen zeichnen ein Bild einer hybriden Strategie, die billig rekrutierte Helfer, Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und Propaganda umfasst, wobei die Verbindungen zu den tatsächlichen Auftraggebern schwer nachweisbar sind.
Nach einem Jahr Recherche wurde eine RTL-Reporterin von den russischen Akteuren als Journalistin enttarnt. Sie erhielt ein kürzlich aufgenommenes Foto von sich, Drohungen gegen sie und RTL sowie eine Morddrohung auf ihre Mailbox. Diese Undercover-Recherche verdeutlicht, wie niedrig die Einstiegsschwelle in Russlands mutmaßliches Agentennetzwerk ist und wie schnell Menschen in Deutschland durch vermeintlich kleine Aufträge in Gefahr geraten können.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Bildquelle: Moritz Erken auf Unsplash
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








