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Experten: Russen schleichen durch Tunnel nach Kupjansk

Seit Monaten laufen die Kämpfe um die Stadt Kupjansk im Nordosten der Ukraine. Russischen Truppen ist es mit einem Trick nun gelungen, weiter voranzukommen in der Gegend.

Die Brücken über den Fluss Oskil bei Kupjansk sind nach dreieinhalb Jahren Krieg weitgehend zerstört. (Archivbild)
Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Die Kämpfe um die Frontstadt Kupjansk im Osten der ukrainischen Region Charkiw nehmen nach Angaben von Militärbeobachtern an Schärfe zu. Russischen Soldaten sei es gelungen, in kleinen Gruppen durch eine unterirdische Röhre in die Stadt einzudringen, berichten die Experten des militärnahen Blogs «Deepstate». Es ist nicht das erste Mal, dass Moskau diese Taktik für seine Vorstöße einsetzt.

Kupjansk ist ein Verkehrsknotenpunkt von großer strategischer Bedeutung, der am Fluss Oskil liegt. Der Fluss fungiert als Hindernis für das Vorrücken russischer Truppen. Trotzdem ist es einigen Stellen des russischen Militärs bereits gelungen, ihn zu überqueren. Durch die Röhre, die am Ostufer des Flusses einen Eingang hat, wird der Brückenkopf des Militärs am Westufer nun verstärkt.

Kiew: Alles unter Kontrolle

Nachdem der Tunnel bekannt wurde, dementierte der Generalstab in Kiew eine unmittelbare Gefahr für die Stadt. Die Situation sei unter Kontrolle, wurde auf Facebook mitgeteilt. Die von den Russen genutzte Röhre führt nicht direkt in die Stadt. In Kupjansk gibt es insgesamt vier unterirdische Rohrleitungen, von denen drei beschädigt oder mit Wasser gefüllt wurden, während der Ausgang der vierten unter Kontrolle der ukrainischen Streitkräfte steht.

Zuvor hatte «Deepstate» berichtet, dass die Russen den vier Tage dauernden Weg durch die Röhre nutzten, um ohne größere Verluste das andere Ufer zu erreichen. Der Ausgang sei nicht direkt in der Stadt, hatte auch das Portal geschrieben. Es gebe dort aber schon einzelne russische Positionen, die etwa für den Start von Drohnen genutzt würden.

Bekannter Trick

Zu Beginn des Jahres haben russische Truppen bereits mit dieser Taktik die Kleinstadt Sudscha im westrussischen Gebiet Kursk zurückerobert. Zuvor hatten die Ukrainer bei einem überraschenden Vorstoß im vergangenen Sommer erstmals den Krieg auf das Territorium des Angreifers gebracht und eine größere Fläche monatelang unter ihrer Kontrolle gehalten.

dpa