Nacht für Nacht tauschen Russland und die Ukraine Angriffe gegeneinander aus. Einmal mehr erwischt es in dieser Nacht Kiew – mit schweren Folgen für die Bevölkerung.
Russland überzieht Kiew erneut mit schweren Luftangriffen

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach erneuten russischen Angriffen in der Nacht Behördenangaben zufolge vielerorts die Strom-, Wärme- und Wasserversorgung zusammengebrochen. «Nach dieser Attacke auf die Hauptstadt sind 5.635 Hochhäuser ohne Heizung», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Zum Großteil seien die Gebäude betroffen, die auch schon bei dem verheerenden russischen Schlag am 9. Januar in Mitleidenschaft gezogen wurden, schrieb er.
Raketen, Marschflugkörper und Drohnen im Einsatz
Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland bei dem Angriff sowohl Raketen als auch Drohnen und Marschflugkörper ein. Die Behörde berichtete, dass insgesamt 372 Drohnen, eine Antischiffsrakete vom Typ Zirkon, 15 Marschflugkörper vom Typ Ch-101 und 18 ballistische Raketen auf die Ukraine abgefeuert wurden. Die Flugabwehr bestätigte, dass 342 Objekte abgefangen wurden, es gab jedoch auch Einschläge.
Das russische Militär hat den großen Luftangriff bestätigt. Laut Moskau wurden jedoch nur militärische Ziele in der Ukraine angegriffen.
Laut vorläufigen Informationen gab es in Kiew eine Verletzte bei dem Angriff. Es handelt sich dabei um eine 59-jährige Frau, wie die Polizei mitteilte. Neben Schäden an Energieanlagen wurden auch Wohnhäuser und private Autos getroffen. Mehrere Fahrzeuge gerieten in Brand, nachdem sie von herabfallenden Drohnenteilen getroffen wurden. Bürgermeister Klitschko berichtete außerdem, dass am linken Ufer des Dnipro die Wasserversorgung ausgefallen sei.
Dies ist der schlimmste Winter für Kiew seit Beginn des Krieges. Im Rahmen seines Krieges gegen die Ukraine zielt Russland systematisch auf das Energiesystem des Nachbarlandes ab. Das Netz ist mittlerweile so geschwächt, dass es täglich zu langen Stromausfällen kommt. Mehrere schwere Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt zu Jahresbeginn und anhaltende starke Fröste verschärfen die Situation für viele Menschen. Die Behörden haben Notunterkünfte eingerichtet, in denen sich die Bürger aufwärmen, Wasser holen oder ihr Handy aufladen können.








