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Russland und Belarus üben Einsatzplanung für neue Rakete

Fünf Tage lang haben Moskau und Minsk den gemeinsamen Einsatz ihrer Streitkräfte trainiert. Im Westen löste das Manöver Besorgnis aus, auch nach dem Ende der Übung ist sie nicht vorbei.

Die russische Armee kooperiert eng mit den Streitkräften von Belarus.
Foto: Pavel Bednyakov/AP/dpa

Russland und Belarus haben während ihres Großmanövers Sapad 2025 auch die Einsatzplanung für die neue russische Mittelstreckenrakete Oreschnik (Haselstrauch) trainiert. Dies wurde vom belarussischen Generalstabschef Pawel Muraweiko am offiziell letzten Tag der Militärübung mitgeteilt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Belta in Minsk berichtete.

Alle gestellten Aufgaben bei Sapad 2025 seien erfüllt worden, sagte Muraweiko demnach. «Zu den bedeutenden Ereignissen zählen die Planung und Prüfung des Einsatzes nichtstrategischer Atomwaffen sowie die Prüfung und Stationierung des mobilen Raketenkomplexes Oreschnik.» Details nannte er nicht.

Russland hat taktische Atomwaffen im eng verbündeten Nachbarland stationiert. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko drängt darauf, dass auch die nuklear bestückbare Rakete Oreschnik (Haselstrauch) in seinem Land stationiert wird. Im November 2024 hat Moskau die ukrainische Großstadt Dnipro mit der neu entwickelten Waffe ohne Sprengköpfe beschossen. Seitdem wurden keine Starts bekannt.

Polen hält Grenze zu Belarus geschlossen

Das turnusgemäße Großmanöver sorgte angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Russland und dem Westen bei der Nato für Besorgnis, insbesondere bei den direkten Anrainern Polen, Litauen, Lettland und Estland.

Polen schloss wegen Sapad 2025 seine Grenze zu Belarus und will sie auch über das Manöver hinaus geschlossen halten. «Wir werden den Verkehr wieder aufnehmen, sobald die Grenze vollständig sicher ist und dies durch Informationen der Behörden bestätigt wird», sagte eine Sprecherin des Innenministeriums in Warschau.

Die Besorgnis über die Militärübung wuchs weiter, als kurz vor Beginn der letzten Woche eine größere Anzahl russischer Drohnen in den polnischen Luftraum eindrang. Zum ersten Mal schossen NATO-Kampfjets einige der Flugobjekte ab. Das westliche Bündnis betrachtete den Vorfall nicht als Angriff, sondern als Moskauer Provokation und Test der Verteidigungsfähigkeit an der Ostflanke. Gleichzeitig übten NATO-Kräfte in diesen Tagen in Polen und den baltischen Ländern.

Übungen in Ostsee und Barentssee

Die Schauplätze von Sapad (Westen) 2025 waren die Manövergelände in Belarus und Russland, sowie die Ostsee und die polare Barentssee. Der belarussische Verteidigungsminister Viktor Chrenin gab an, dass 6.000 belarussische Soldaten und 1.000 russische Soldaten an dem Manöver teilgenommen haben. Westliche Militärexperten schätzen die Zahlen jedoch höher ein. Dennoch war das Manöver kleiner als 2021, als Russland es zur Vorbereitung auf die Invasion in die Ukraine nutzte.

dpa