Ein Atomwaffenarsenal ist bereit zum Angriff. „Schachspiel mit dem Tod“ – Russland droht mit Atomkrieg.
Russland droht mit Weltuntergang

Ein enger Freund von Wladimir Putin hat den Westen gewarnt, er könne einen „Weltuntergang für die Menschheit“ auslösen, wenn der Westen versuche, sich mit Russland über die Ukraine anzulegen.
Russlands ehemaliger Präsident Dmitri Medwedew sagte, jede Einmischung in die Angelegenheiten seines Landes würde in einem „Schachspiel mit dem Tod“ enden.
Die abschreckende Drohung des stellvertretenden Sekretärs des russischen Sicherheitsrates sorgt für Alarmbereitschaft: Plant Putin einen katastrophalen Angriff?
Atomwaffenarsenal in Bereitschaft
Medwedew, der als Ja-Sager des Präsidenten bekannt ist, sagte, die „schmutzigen Träume der angelsächsischen Perversen“ sein kriegshungriges Land zu „lähmen“, würden Russland nur weiterhin motivieren.
Er schimpfte, die USA und ihre Verbündeten wollten Russland „in Stücke zerfetzen wollen“. Dabei deutete der 56-Jährige sogar darauf an, der Westen wolle, dass Russland in ähnlicher Weise zusammenbricht wie die Sowjetunion 1991 zusammenbrach.
Die Drohungen eines der treuesten Verbündeten Putins gipfelten in einer unheilvollen Erinnerung an das Atomwaffenarsenal, das er in Bereitschaft hält. Berichten zufolge hat Moskau bereits ein mit Bomben bewaffnetes Atom-U-Boot für einen NATO-Showdown ins Mittelmeer verlegt.
Medwedew galt früher als gemäßigter russischer Staatschef, obwohl er in den letzten Monaten eine zunehmend härtere Linie verfolgt hat.
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Dmitri Medwedew – Putin Freund
Er war von 2008 bis 2012 Präsident, als Putin aufgrund der Amtszeitbeschränkung gezwungen war, den Posten des Ministerpräsidenten zu übernehmen.
Erst letzten Monat warnte der Sicherheitschef die westlichen Staats- und Regierungschefs, dass jeder Angriff auf Russland eine „Bedrohung für die Existenz der Menschheit“ darstellen würde. Nach seiner Teilnahme an der Abschiedszeremonie für den sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow am Samstag hat er seine Äußerungen nun noch einmal bekräftigt.
In einem Post auf seinen Sozialen Medien beschuldigte er die Nationen, die die Ukraine unterstützen, den Untergang Russlands herbeiführen zu wollen.
Medwedew schrieb: „Das sind die schmutzigen Träume der angelsächsischen Perversen, die mit dem heimlichen Gedanken an den Zerfall unseres Staates schlafen gehen und darüber nachdenken, wie sie uns in Stücke zerfetzen können.“
Schachspiel mit dem Tod
Weiter schrieb er: „Solche Versuche sind sehr gefährlich und dürfen nicht unterschätzt werden. Diese Träumer ignorieren ein einfaches Axiom: Ein gewaltsamer Zerfall einer Atommacht ist immer ein Schachspiel mit dem Tod, bei dem man genau weiß, was Schach und Matt bedeutet: der Untergang der Menschheit.“
Er beendete seine explosive Tirade mit den Worten, dass Russlands Atomwaffenarsenale „die beste Garantie für den Schutz des großen Russlands“ seien.
Moskau hat sich bereits über den Tod von Darya Dugina durch eine verheerende Autobombe empört, die vermutlich ihrem Vater, Putins Kriegsguru Alexander Dugin, galt.
Sie haben den Westen gewarnt, dass sie bereit sind, eine tödliche Rache für die Ermordung von Darya zu fordern und drohen mit einem Atomkrieg.
Ukraine-Krieg: So ist die aktuelle Lage
Nach den Waffenlieferungen auch aus Deutschland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von Rückeroberungen von Gebieten bei den Kämpfen gegen den russischen Angriff gesprochen.
«Die ukrainischen Flaggen kehren dorthin zurück, wo sie rechtmäßig sein sollten. Und es gibt keinen Platz für die Besatzer in unserem Land», sagte Selenskyj in Kiew. Nach Angaben des Präsidentenbüros befreiten die ukrainischen Streitkräfte die Ortschaft Wyssokopillja im nördlichen Teil des Gebiets Cherson von der russischen Besatzung. Der Montag ist Tag 194 in dem Krieg.
Medienberichten zufolge hatten ukrainische Truppen außerdem die Ortschaft Oserne im Gebiet Donezk zurückerobert. Von unabhängiger Seite waren diese Angaben nicht überprüfbar. In einem Video bekräftigte Selenskyj zudem das Ziel einer Rückeroberung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim. «Ich glaube daran, dass die ukrainische Flagge und das freie Leben auf die Krim zurückkehren. Wir befreien unsere gesamte Erde, alle unsere Menschen», sagte Selenskyj.
Russland hatte die Krim 2014 in sein Staatsgebiet eingegliedert. Den Angriff auf die Ukraine hatte Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar unter anderem damit begründet, dass er nach eigenen Angaben Hinweise auf Versuche der ukrainischen Führung sah, sich die Krim mit militärischer Gewalt zurückzuholen. Russland hatte stets betont, dies unter keinen Umständen zuzulassen.
Zuletzt hatte es massive Explosionen mit verheerenden Zerstörungen und Zwischenfälle mit Drohnen auf der Krim gegeben. Die ohnehin extremen Sicherheitsvorkehrungen auf der Halbinsel wurden dann noch einmal verstärkt. «Die russische Präsenz hat die Krim zu einem der gefährlichsten und unfreien Orte in Europa gemacht», sagte Selenskyj.
Schmyhal spricht mit Scholz über Kampfpanzer
Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Berlin machte der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal nach eigenen Angaben konkrete Vorschläge zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an Kiew. «Wir haben über das Thema gesprochen. Wir haben sogar vorgeschlagen, auf welche Weise Deutschland die Ukraine mit diesen Panzern versorgen kann», sagte Schmyhal am Sonntag nach seinem Gespräch mit Scholz im Kanzleramt vor Journalisten.
Deutschland hat der Ukraine bereits die Panzerhaubitze 2000, den Mehrfachraketenwerfer MARS-II und andere Waffen geliefert. Er habe mit Scholz über eine Ausweitung der Lieferungen gesprochen, sagte Schmyhal. Er nannte keine Details. «Bei neuen Waffentypen haben wir natürlich die Diskussionen begonnen.» Die Gespräche sollten fortgesetzt werden.
«Ich möchte betonen, dass jeder deutsche Politiker begreift, dass heute ein Krieg in der Ukraine und ein hybrider Krieg auf dem Territorium der Europäischen Union stattfindet», sagte Schmyhal. Russland führe diesen Krieg etwa auch im Energiebereich – mit Gas, Öl und Strom – mit Desinformation und mit Cyberattacken. Er habe die Bereitschaft gespürt, dass Deutschland «absolut bereit ist, diese Heizsaison zu durchleben, die Schwierigkeiten zu durchleben», meinte er. «Und Russland wird, davon bin ich überzeugt, nach dieser Heizsaison entsprechende Verluste erleiden.»
Schmyhal äußerte die Hoffnung, dass auch die Ukraine stabil durch den Winter kommt. «Faktisch haben wir heute etwa 13 Milliarden Kubikmeter Gas in unseren Speichern. Wir haben heute mehr als zwei Millionen Tonnen Kohle. Das gibt uns die Hoffnung auf ein stabiles Durchlaufen dieser schwierigen Heizsaison.» Trotzdem werde es schwierig wegen der militärischen Risiken.
Selenskyj fordert erneut EU-Einreiseverbote für Russen
Präsident Selenskyj bekräftigte in einem nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgenommenen Video außerdem seine Forderungen nach Einreiseverboten für Russen. Es müsse Einschränkungen bei der Vergabe von Visa für jene geben, die den Terror gegen die Ukraine unterstützten und in Europa Spaß und Unterhaltung suchten, betonte er.
«Europa ist ein Land der Werte und kein Disneyland für die Unterstützer von Terror.» Die EU hatte Ende August angekündigt, lediglich ein mit Russland geschlossenes Abkommen zur Erleichterung der Visa-Vergabe für Reisende vollständig aussetzen. Reisen sind weiter möglich.
AKW Saporischschja: Betreiber warnt vor Strahlengefahr
Das von russischen Truppen besetzte AKW Saporischschja im Süden der Ukraine arbeitet nach Angaben des Betreibers infolge massiven Beschusses aktuell unter der Gefahr, gegen den Strahlen- und Brandschutz zu verstoßen.
Derzeit sei von den sechs Reaktoren nur noch ein einziger in Betrieb, teilte der Betreiber Enerhoatom am Montag mit. Block 6 versorge das ukrainische Stromnetz und das AKW selbst. Block 5 sei seit Samstagabend vom Netz, weil es durch Beschuss massive Schäden an einer Leitung gebe.
Die russische Militärverwaltung hatte zuvor ebenfalls mitgeteilt, dass nur noch ein Block von Europas größtem Atomkraftwerk arbeite. Nach Darstellung von Enerhoatom dauert die Mission der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dort an. Den Besatzern wiederum zufolge haben vier von sechs Experten die Anlage verlassen. Es blieben noch zwei Vertreter als Beobachter, sagte deren Vertreter Wladimir Rogow im russischen Radio.
IAEA ist seit Donnertag im AKW
Die IAEA-Experten sind seit Donnerstag in dem AKW, um nach Schäden zu suchen. Das Kraftwerk geriet Anfang März unmittelbar nach Einmarsch in die Ukraine unter russische Kontrolle. Mehrfacher Beschuss des Kraftwerksgeländes und der benachbarten Stadt haben international die Angst vor einer möglichen Atomkatastrophe wachsen lassen. Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig.
Enerhoatom beklagte im Nachrichtenkanal Telegram, dass Russland Militär, Waffen und Munition auf dem Gelände stationiert habe. Die Ukraine forderte internationale Hilfe, um für die russischen Truppen zum Abzug zu bewegen. Russland bestreitet, dort schwere Waffen zu haben und lehnt auch eine Rückgabe des AKW ab, weil die Ukraine dessen Sicherheit nicht gewährleisten könne.
Was heute wichtig wird
Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und der hohen Preise auf dem Energiemarkt beraten rund 20 Ölproduzentenländer, darunter Russland, im Rahmen der Allianz Opec+ über ihre Förderquoten ab Oktober. Viele Marktbeobachter erwarten, dass die Gruppe in der Online-Sitzung am Montag an ihren bisherigen Produktionszielen festhält. Saudi-Arabien, eines der dominierenden Mitglieder, hatte jedoch unlängst eine mögliche Produktionskürzung in den Raum gestellt.
Zu Ende der vergangenen Handelswoche waren die Ölpreise nach mehreren Tagen mit Abschlägen wieder gestiegen. Zuvor war Rohöl unter Druck geraten. Zu den Faktoren für den Abwärtstrend gehörten Sorgen über die globale Wirtschaft, der Kampf vieler Zentralbanken gegen die Inflation sowie der starke Dollar, der den in der US-Währung gehandelten Rohstoff für viele Marktteilnehmer verteuert. Wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ist das Preisniveau jedoch weiter deutlich höher als vor dem Konflikt.








