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Schottische Grüne versprechen Abschaffung von Monarchie

Schluss mit Pomp und Pracht? Die Grünen in Schottland wollen aus ihrem Landesteil eine unabhängige Republik machen. Doch dem steht noch einiges im Wege.

Bisher gelang es den schottischen Grünen um ihren Co-Vorsitzenden Patrick Harvie noch nie, einen Sitz im Unterhaus in London zu erlangen.
Foto: Jane Barlow/PA Wire/dpa

Die schottischen Grünen haben die Abschaffung der Monarchie als Wahlversprechen angekündigt. Patrick Harvie, Co-Vorsitzender der Scottish Greens, erklärte gegenüber der britischen Nachrichtenagentur PA kurz vor der Veröffentlichung des Wahlprogramms seiner Partei, dass sie die einzige Partei seien, die eine Republik Schottland fordern.

Den Plänen zufolge soll Schottland im Fall einer Unabhängigkeit eine Republik mit geschriebener Verfassung und gewähltem Staatsoberhaupt werden. «Die Monarchie ist eine zutiefst veraltete und fundamental undemokratische Institution. Sie steht für ein anderes Zeitalter und fühlt sich zunehmend irrelevant und lächerlich an im 21. Jahrhundert», sagte Harvie. 

Grüne sind in Schottland Zünglein an der Waage

Im Gegensatz zu den Grünen befürwortet die Scottish National Party SNP, die auch die Unabhängigkeit von Großbritannien fordert, nicht die Abschaffung der Monarchie. Bis vor Kurzem waren die Grünen Juniorpartner der SNP in einer Regierungskooperation.

Obwohl die Grünen derzeit nur sieben Abgeordnete im Regionalparlament haben, sind sie aufgrund der fehlenden Mehrheit der SNP-Regierung das Zünglein an der Waage. Nach einem Streit zwangen sie kürzlich den ehemaligen SNP-Chef und First Minister Humza Yousaf zum Rücktritt.

Schottische Unabhängigkeit bleibt ein Wunschtraum

Auch bei der Wahl zum britischen Parlament am 4. Juli nehmen Kandidaten der schottischen Grünen teil. Die Partei hat bisher jedoch noch nie einen Sitz im Unterhaus in London gewonnen. Auch die Unabhängigkeit Schottlands bleibt bisher nur ein Wunschtraum.

Vor zehn Jahren stimmte eine knappe Mehrheit der Schotten in einem Referendum für den Verbleib ihres Landes im Vereinigten Königreich. Eine weitere Volksabstimmung ist nur mit Zustimmung der Regierung in London möglich. Es ist jedoch nicht absehbar, dass dies in naher Zukunft geschehen wird.

dpa