Altkanzler Gerhard Schröder befindet sich aktuell in Moskau, wo er im Hotel Kempinski gesichtet wurde. Sein Besuch wirft Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf das bevorstehende Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg und mögliche Treffen mit russischen Führungspersönlichkeiten.
Schröder zieht in Moskau Aufmerksamkeit auf sich: Aufenthalt im Kempinski hotel

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder befindet sich derzeit in Moskau, wo er im renommierten Hotel Kempinski gesichtet wurde. Die genauen Beweggründe seines Aufenthalts sind unklar, jedoch wird spekuliert, ob er an dem bevorstehenden Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg teilnehmen oder möglicherweise ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin anstreben könnte.
Schröders Aufenthalt in Moskau
Schröder, der in der Vergangenheit für russische Energiekonzerne tätig war, wurde von einem Korrespondenten vor Ort beobachtet. Der Aufenthalt wirft Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen.
Am Mittwoch beginnt in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum, an dem erstmals wieder deutsche Unternehmer teilnehmen werden. Auch Politiker der AfD sind zu diesem Forum eingeladen.
Politische Reaktionen auf Schröders Rolle
Kremlchef Putin hatte kürzlich Schröder als möglichen Vermittler im Ukraine-Konflikt ins Gespräch gebracht. Diese Idee wurde von europäischen Politikern jedoch einhellig abgelehnt.
„Wenn wir Russland das Recht geben würden, in unserem Namen einen Verhandlungsführer zu benennen, wäre das nicht sehr klug“,
äußerte sich die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas am Rande eines Außenministertreffens in Brüssel. Sie wies darauf hin, dass Schröder als Lobbyist für russische Staatsunternehmen agiert habe, was seine Rolle als Vermittler in Frage stelle.
Auch in der Ukraine stößt Schröders mögliche Vermittlerrolle auf Widerstand. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte:
„Wir unterstützen das nicht. Es gibt viele andere würdige Führungspersönlichkeiten, die für die EU verhandeln könnten.“
Schröders umstrittene Beziehungen zu Russland
Schröder steht seit Jahren in der Kritik aufgrund seiner engen Beziehungen zu Putin und seiner Tätigkeit für russische Öl- und Gaskonzerne. Im Jahr 2014 feierte er seinen 70. Geburtstag in Russland, kurz nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim. Auch nach der russischen Vollinvasion in der Ukraine im Jahr 2022 war er weiterhin für russische Unternehmen aktiv.
In der Vergangenheit zeigte Schröder Verständnis für die Positionen des Kremls. So bezeichnete er 2023 eine Bedrohung durch Russland als „absurd“ und sprach sich für die Wiederaufnahme von Energielieferungen aus Russland aus. In einem Gastbeitrag für die „Berliner Zeitung“ kritisierte er die Dämonisierung Russlands als ewigen Feind.
Bereits zu Beginn der Vollinvasion im Jahr 2022 reiste Schröder nach Moskau und traf Putin, jedoch ohne nennenswerte Ergebnisse zu erzielen.
Die Situation bleibt angespannt, und die politischen Implikationen von Schröders Aufenthalt in Moskau werden weiterhin genau beobachtet.
Quellen: n-tv, RTL
Bildquelle: Von Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten – https://www.flickr.com/photos/minoritenplatz8/31133426437/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=130630436








