Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Thorben Schütt wird neuer Landrat in Dithmarschen

Der 33 Jahre alte Verwaltungsjurist setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Amtsinhaber Stefan Mohrdieck durch und verspricht eine enge Zusammenarbeit mit den Parteien im Kreistag.

Thorben Schütt im Kreistagssaal von Heide vor dem Ölbild «Die Schlacht bei Hemmingstedt - anno 1500» (Max Friedrich Koch - 1859-1930).
Foto: Christian Charisius/dpa

Thorben Schütt gewinnt die Wahl zum Landrat in Dithmarschen, Schleswig-Holstein. Im zweiten Wahlgang setzte sich der 33-jährige Verwaltungsjurist gegen den amtierenden Stefan Mohrdieck (57) im Kreistag in Heide durch. Der Kandidat, der von der CDU unterstützt wurde und angab, als unabhängiger Kandidat anzutreten, erhielt 28 Stimmen der 54 Mitglieder des Kreistags. Mohrdieck, der seit 2018 Landrat ist, erhielt 23 Stimmen. Es gab 3 Enthaltungen.

Die bevorstehende Wahl hatte in der Landespolitik für Aufregung gesorgt, da befürchtet wurde, dass die sechs Stimmen der AfD eine entscheidende Rolle spielen könnten. CDU-Generalsekretär Lukas Kilian und SPD-Landeschefin Serpil Midyatli hatten sich deshalb gegenseitig Vorwürfe gemacht.

So sind die Sitze verteilt

Die CDU ist mit 21 Sitzen die größte Fraktion im Kreistag, während die FDP 6 Sitze hat. Die SPD verfügt über 9 Sitze, die AfD hat 6 Abgeordnete, die Grünen haben 5 und die Unabhängige Wählergemeinschaft Dithmarschen (UWD) hat 4 Sitze. Zusätzlich gibt es 3 fraktionslose Abgeordnete.

AfD-Abgeordnete sagten nach der geheimen Wahl, sie hätten für Schütt gestimmt. Schütt entgegnete, er habe von Anfang an für sich entschieden, dass er nur dann antrete, wenn er eine Aussicht auf eine Mehrheit ohne die AfD habe. «Eine solche Mehrheit wurde mir in Aussicht gestellt. Insofern gehe ich davon aus, dass die dann auch eingetreten ist.» Die AfD-Abgeordneten seien während seiner Rede zum Teil rausgegangen und sie seien auch nicht aufgestanden, um zu klatschen. «Insofern halte ich es für absolut unglaubwürdig, dass der Kandidat, der sich von Anfang an ganz klar positioniert, derjenige ist, der von einer AfD gewählt wird», sagte Schütt. Er warf der AfD vor, mit solchen Aussagen den gewählten Kandidaten beschädigen zu wollen. Der FDP-Landesvorsitzende Oliver Kumbartzky sprang Schütt zur Seite. «Ich halte das für Quatsch», sagte er zu dem Bekenntnis der AfD.

Amtsinhaber Mohrdieck weißt CDU-Vorwürfe zurück

Der unterlegene Amtsinhaber Mohrdieck verließ den Saal, nachdem das Abstimmungsergebnis bekannt gegeben worden war. In seiner Bewerbungsrede hatte er sich über die politische Einflussnahme aus der Landespolitik beklagt. «Wenn das Abstimmungsverhalten einzelner Abgeordneter auf diese Weise bestimmt wird, hat die AfD so oder so Einfluss auf das Wahlergebnis, dass es am Ende gar nicht mehr auf das tatsächliche Abstimmungsverhalten dieser Fraktion ankommt.» Der CDU-Generalsekretär Kilian hatte Mohrdieck vor einigen Tagen vorgeworfen, sich mit Stimmen der AfD wählen lassen zu wollen und die SPD unter Druck gesetzt, die Mohrdieck unterstützte. Der Amtsinhaber wies das zurück.

Mohrdieck stellte die Frage, ob es nach den Ereignissen der letzten Tage immer noch eine geheime Wahl gewesen sei. Der 57-Jährige betonte seine Erfahrung während seiner fünfeinhalbjährigen Amtszeit als Leiter der Kreisverwaltung. Er argumentierte, dass er der richtige Landrat sei, sowohl für die bevorstehende Ansiedlung der Batteriefabrik Northvolt als auch für die Entwicklung des Kreises.

Schütt verspricht: Amtsführung auf Augenhöhe

Schütt warb für eine Amtsführung auf Augenhöhe und kündigte eine enge Zusammenarbeit mit den Parteien im Kreistag an. «Sie würden einen jungen Landrat bekommen», sagte er mit Blick auf seine 33 Lebensjahre. Aber: «Das wächst sich schnell aus.»

Nach seiner Wahl sagte Schütt den Abgeordneten, er wolle die Dinge erledigen, die sie beschließen. «Ich hoffe, dass wir gut zusammenarbeiten werden.»

dpa