Die Bundesregierung hat trotz des Gaza-Kriegs auf einen Kriegswaffen-Exportstopp für Israel verzichtet. Faktisch werden aber seit einem halben Jahr keine solchen Lieferungen mehr genehmigt.
Seit März keine Kriegswaffenexporte nach Israel mehr

Seit März hat die Bundesregierung keine Kriegswaffenexporte nach Israel mehr genehmigt. Laut Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfragen der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen von der Fraktion Sahra Wagenknecht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, hat das Ampel-Kabinett seit Jahresanfang bis zum 21. August die Erlaubnis für die Lieferung von Kriegswaffen im Wert von 32.449 Euro erteilt. Die Genehmigungen stammen jedoch aus dem Januar (30.449 Euro) und Februar (2.000 Euro).
Zudem erlaubte die Ampel-Regierung seit Jahresanfang die Lieferung «sonstiger Rüstungsgüter» im Wert von 14,42 Millionen Euro an Israel. Unter Kriegswaffen versteht man Waffen, die explizit zur Kriegsführung bestimmt sind, also Gewehre, Raketen, Kriegsschiffe, Bomben oder auch Munition. Sonstige Rüstungsgüter sind beispielsweise Helme, Schutzwesten oder unbewaffnete Fahrzeuge. Die Daten des Wirtschaftsministeriums stammen aus Antworten auf Anfragen Dagdelens vom 10. September und 9. April.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass sie über Kriegswaffen-Exporte nach Israel im Einzelfall entscheide und es keinen generellen Exportstopp gebe. Bereits am Mittwochabend bekräftigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit diese Haltung: «Es gibt keinerlei deutschen Waffenexport-Boykott gegenüber Israel.»
Die BSW-Politikerin Dagdelen fordert, die Rüstungsexporte nach Israel ganz einzustellen. «Um das Töten in Gaza zu beenden, muss die Ampel ihre Rüstungsexporte an die in Teilen rechtsextreme Regierung Netanyahu komplett stoppen», sagte sie.
Nicaragua hat Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Rüstungsexporte nach Israel angeklagt, was als Beihilfe zum Völkermord betrachtet wird. Ende April wurde ein Eilantrag Nicaraguas zur Unterbindung der deutschen Rüstungsexporte abgelehnt. Die Forderung Deutschlands, die Klage Nicaraguas abzuweisen, wurde von den Richtern jedoch nicht akzeptiert. Das Hauptverfahren könnte sich über Jahre hinziehen.
[Deutschland stoppt Kriegswaffenexporte nach Israel,BSW-Politikerin fordert kompletten Stopp der Rüstungsexporte.],Die Bundesregierung hat seit März keine Kriegswaffenexporte nach Israel mehr genehmigt. Die Ampel-Regierung erlaubte jedoch die Lieferung «sonstiger Rüstungsgüter» im Wert von 14,42 Millionen Euro.








