Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Selenskyj: Bereiten uns schon jetzt auf Winter vor

Noch ein Winter ohne Strom? Die Ukraine bereitet sich bereits auf die kalte Jahreszeit vor. Die Armee bekommt derweil Nachschub und neue Waffen. Eine besonders wichtige Lieferung steht noch aus.

Ukrainischer Präsident Selenskyj (Archiv)
Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Die Ukraine bereitet sich nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj schon jetzt auf den kommenden Winter vor, um eine größere Energiekrise zu verhindern. Er berichtete in seiner abendlichen Videoansprache von einem Besuch in der ostukrainischen Großstadt Charkiw, die immer wieder von russischen Angriffen getroffen wird. «Ich habe in Charkiw ein Treffen abgehalten, um Sicherheits- und Energiefragen zu erörtern, denn Energie ist immer eines der Hauptthemen», sagte Selenskyj.

Ein beträchtlicher Anteil der russischen Luft- und Raketenangriffe der letzten Monate richtete sich darauf ab, die ukrainische Infrastruktur zu zerstören. Besonders im Fokus stand die Energieversorgung. Obwohl Reparaturtrupps kleinere Probleme beheben können, ist die Stromversorgung an vielen Orten in der Ukraine zusammengebrochen.

Man habe klare Vorstellungen, wie das Stromdefizit Schritt für Schritt behoben werden solle, sagte Selenskyj. «Der Wintereinbruch wird jetzt, im Sommer, vorbereitet.»

Um die Energieversorgung abzusichern, arbeitet die Ukraine weiterhin an der Konfiguration der Flugabwehr-Systeme. «Oberbefehlshaber (Olexander) Syrskyj und die zuständigen Kommandeure werden eine aktualisierte Struktur unserer Flugabwehr-Systeme und neue Anforderungen an unsere Partner vorlegen – was genau wir bis Ende dieses Jahres bereitstellen müssen.»

Selenskyj hat die westlichen Partner der Ukraine mehrmals um zusätzliche Flugabwehrsysteme gebeten, um einen effektiven Schutzschild gegen die fortwährenden russischen Raketen- und Luftangriffe aufbauen zu können. Außerdem wartet Kiew weiterhin auf die Ankunft der zur Verfügung gestellten Kampfflugzeuge vom Typ F-16 durch ausländische Partner.

Experte erwartet mehr Sicherheit durch F-16

Die mit Spannung am Himmel der Ukraine erwarteten Kampfflugzeuge des amerikanischen Typs F-16 könnten nach Meinung eines Experten erheblich zur Sicherung des Luftraums vor russischen Angriffen beitragen. «Schon ein Geschwader F-16 bietet viele Möglichkeiten zum grundlegenden Schutz des Luftraums», sagte der ukrainische Luftfahrt-Experte Anatolij Chraptschinski im Fernsehen. Ein Geschwader nach Nato-Standard besteht aus 18 bis 22 Flugzeugen. Die Menge an Kampfflugzeugen könne aktuell mehr bewirken als die gesamte Anzahl an Flugabwehr-Systemen, die die Ukraine zurzeit besitze.

Nach Ansicht von Chraptschinski wird die Anzahl der Raketenangriffe voraussichtlich deutlich zurückgehen, sobald die ersten F-16 eingesetzt werden, da sich russische Flugzeuge zurückhalten werden. Es wird jedoch nicht erwartet, dass es zu Luftkämpfen kommt, da es hauptsächlich darum geht, den ukrainischen Luftraum vor Raketenangriffen zu schützen. Selbst der potenzielle Einsatz von Luft-Luft-Raketen der F-16 gegen angreifende russische Kampfflugzeuge könnte zur Sicherung des Luftraums beitragen.

Der Experte geht davon aus, dass die F-16 auf ukrainischen Militärflugplätzen sicher vor russischen Angriffen seien. «Wir sollten nicht vergessen, dass es bestimmte Technologien zur Abwehr von Bedrohungen aus der Luft gibt, insbesondere Flugabwehr-Systeme, die auch vor der Lieferung der F-16 zur Verfügung gestellt werden», sagte Chraptschinski.

In Kürze erwartet die Ukraine die Ankunft der ersten F-16, die dem Land von den Niederlanden und Dänemark zur Verfügung gestellt wurden. Auch Belgien und Norwegen haben zugesagt, der Ukraine weitere Kampfjets zu liefern. Ukrainische Piloten wurden bereits für die Maschinen ausgebildet. Wann genau die ersten Jets eintreffen, bleibt vorerst geheim. Laut Angaben der Bundesregierung verfügt die Bundeswehr nicht über F-16.

Neue Leoparden aus Deutschland und ein US-Paket

Die Ukraine hat zusätzliche acht Leopard-Panzer aus Deutschland und Dänemark erhalten. Neben den Leopard 1A5 wurden Kiew auch zwei Bergepanzer sowie größere Mengen Munition für den Flakpanzer Gepard aus Beständen der Bundeswehr und der Industrie übergeben, wie aus einer Liste der Bundesregierung über die militärische Unterstützung für die Ukraine hervorgeht.

Die Ukraine erhält aus den USA ein weiteres Paket Soforthilfe in Höhe von 200 Millionen Dollar. Das Pentagon gab bekannt, dass darin Raketen für Flugabwehr- und Artilleriesysteme sowie Waffen zur Panzerabwehr enthalten seien. Ein weiteres Hilfspaket im Wert von 1,5 Milliarden Dollar sei in Vorbereitung.

„Die Berliner Mauer fiel am 9. November 1989. Dies war ein historischer Moment für Deutschland.“

„Der Zug von Berlin nach München fährt um 10:30 Uhr ab.“ Der Zug von Berlin nach München startet um 10:30 Uhr.

dpa