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Selenskyj hofft in den USA auf Zustimmung für seinen Plan

Der ukrainische Präsident Selenskyj ist in den USA gelandet – und hofft, dort nun Unterstützung für seinen sogenannten Siegesplan zu erhalten. Dafür will er auch am Rande des UN-Gipfels werben.

Selenskyj besucht in den USA auch Munitionsfabriken.
Foto: Christopher Dolan/The Times-Tribune/AP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht den Herbst als entscheidende Phase für den weiteren Verlauf und die Beendigung des Kriegs an. «Zusammen mit unseren Partnern können wir unsere Position so stärken, wie es nötig ist für unseren gemeinsamen Sieg – für einen wirklich gerechten Frieden», sagte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. Ein gerechtes Ergebnis ist seinen Angaben nach, wenn sich Russland für den Angriffskrieg verantworten muss und dessen Folgen spürt. Selenskyj hielt seine Rede diesmal an Bord eines Flugzeugs. Kurz darauf veröffentlichte der Pressedienst des Präsidenten Bilder von dessen Landung in den USA. 

In seiner Videoansprache kündigte Selenskyj an, den sogenannten Siegesplan US-Präsident Joe Biden, den beiden Präsidentschaftskandidaten Kamala Harris und Donald Trump sowie beiden Parteien im Kongress vorstellen zu wollen. Er werde den Plan, dessen Details er bisher nicht bekanntgegeben hatte, auch anderen Staatsführern präsentieren, sagte er.

Auftritt vor der UN-Generalversammlung

Der Grund für Selenskyjs Reise ist der UN-Zukunftsgipfel. Heute plant der ukrainische Präsident, beim Zukunftsgipfel im UN-Hauptquartier zu sprechen. Gemäß Angaben aus seinem Büro ist Selenskyjs Teilnahme an der Sitzung des UN-Sicherheitsrates zur Ukraine-Frage für Dienstag geplant, und voraussichtlich wird er am Mittwoch in der UN-Generalversammlung sprechen.

Selenskyj plant, am Rande der Veranstaltung Gespräche mit internationalen Staats- und Regierungschefs zu führen. Ein Treffen mit Bundeskanzler Olaf Scholz ist ebenfalls geplant.

Wichtige Reise für Selenskyj

Selenskyj nutzt die Reise abseits der UN-Großveranstaltung auch dazu, in Washington vor der bevorstehenden US-Präsidentenwahl erneut um Unterstützung bei beiden Parteien zu werben. Er wird unter anderem im Weißen Haus von Präsident Biden empfangen.

Die USA sind der wichtigste militärische Unterstützer der Ukraine, die seit zweieinhalb Jahren einem russischen Angriffskrieg ausgesetzt ist. Während Kiew sich auf weitere Unterstützung aus Washington im Falle eines Demokraten-Sieges relativ sicher sein kann, ist der außenpolitische Kurs des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Trump in Bezug auf die Ukraine unklar. Im Wahlkampf hat er mehrmals erklärt, dass er einen schnellen Frieden erreichen möchte, jedoch ohne zu sagen, wie und unter welchen Bedingungen.

Lage in der Ukraine schwierig

Während Selenskyj im Ausland nach zusätzlicher Unterstützung sucht, bleibt die Situation in der Heimat weiterhin schwierig. In der Nacht gab es weitere Angriffe Russlands auf die Ukraine. In Ternopol fiel in Teilen der Großstadt in der Nacht der Strom aus. Zuvor hatten Medien über eine Explosion an einem Umspannwerk berichtet. Offiziellen Angaben zufolge gab es jedoch keine Verletzten.

Auch der Gouverneur der südukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fjodorow, berichtete von Explosionen. Die Flugabwehr hatte zuvor vor dem Abwurf russischer Gleitbomben gewarnt. Über die genauen Auswirkungen gab es zunächst keine näheren Angaben. Das Hinterland der Ukraine wird immer wieder durch den Einsatz von Drohnen, Raketen und gelenkten Bomben angegriffen.

Die Auseinandersetzungen an der Front dauern mit unerbittlicher Härte an. Laut Angaben des Generalstabs in Kiew gab es im Laufe des Tages weit über 100 Zusammenstöße zwischen russischen und ukrainischen Truppen. Die heftigsten Angriffe fanden erneut zwischen den Städten Pokrowsk und Kurachowe in der Region Donezk im Osten der Ukraine statt, wie es im abendlichen Lagebericht hieß.

Selenskyjs Kampf um Frieden, [Der ukrainische Präsident sucht Unterstützung in den USA für einen gerechten Frieden und präsentiert seinen Siegesplan.]

 

 

 

dpa