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Selenskyj ruft Bürger weltweit zu Demos auf

«Kommen Sie im Namen des Friedens»: Ukraines Präsident Selenskyj hat zu Protesten gegen den Krieg in seinem Land aufgerufen. An die Bürger Russlands gerichtet hat er eine weitere Botschaft.

Der ukrainische Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hat eine Videobotschaft auf Telegram veröffentlicht.
Foto: Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat anlässlich des Kriegsbeginns vor einem Monat Menschen auf der ganzen Welt aufgerufen, am Donnerstag öffentlich zu protestieren.

«Kommen Sie aus Ihren Büros, Ihren Wohnungen, Ihren Schulen und Universitäten», sagte Selenskyj in einer auf Telegram veröffentlichten Videoansprache in der Nacht zu Donnerstag. «Kommen Sie im Namen des Friedens, kommen Sie mit ukrainischen Symbolen, um die Ukraine, die Freiheit und das Leben zu unterstützen.»

Der am 24. Februar begonnene Krieg sei nicht nur ein Krieg gegen die Ukraine, sondern Russland versuche, die Freiheit aller Menschen in Europa und der Welt zunichte zu machen, sagte Selenskyj. Moskau versuche zu zeigen, «dass nur grobe und grausame Gewalt zählt». Deshalb sollten ab Donnerstag die Kriegsgegner in die Innenstädte gehen und sich sichtbar und hörbar machen.

Selenskyj richtet sich an Bürger Russlands

Selenskyj richtete sich zudem ein weiteres Mal auf Russisch an die Bürger Russlands. Er sei überzeugt, dass es dort viele Menschen gebe, denen schon «schlecht sei» von den «Lügen der Propagandisten». Der russische Staat sammle Geld von den eigenen Bürgern, um damit Lügen zu bezahlen, um die Bürger von der Welt zu isolieren, sie leichter kontrollierbar zu machen und sie leichter in den Krieg schicken zu können. Die Ukraine habe nie die Sicherheit der Russischen Föderation bedroht und Kiew tue alles, um den Krieg zu beenden.

Johnson vergleicht Selenskyj mit Churchill

Einen Monat nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hat Premierminister Boris Johnson den ukrainischen Präsidenten mit dem britischen Kriegspremier Winston Churchill verglichen. «Ich finde, Präsident Selenskyj hat sich als ziemlich außergewöhnlicher Anführer seines Volkes erwiesen», sagt Johnson im Interview mit dem Sender LBC. «Er weiß, dass er, wie schon Churchill über sich selbst sagte, vielleicht nicht der Löwe ist, aber das Privileg hatte, zu brüllen.»

Johnson hob den Mut des ukrainischen Volkes gegen den russischen Angriffskrieg hervor und sagte weiter: «Der Löwe ist das ukrainische Volk, und er (Selenskyj) ist die Stimme ihres Willens und ihres Widerstands.»

Churchill (1874-1965) regierte das Vereinigte Königreich während des Zweiten Weltkriegs und dann noch einmal in den 1950er Jahren. Er wird von vielen Briten und besonders vom amtierenden Premier Boris Johnson noch heute verehrt.

dpa