Russland übt parallel zu den Gesprächen über ein mögliches Kriegsende weiter massiv militärischen Druck gegen die Ukraine aus. Bei neuen Raketen- und Drohnenangriffen gab es Tote und Verletzte.
Selenskyj: Russen greifen mit 600 Drohnen und 36 Raketen an

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden bei den neuen russischen Raketen- und Drohnenangriffen mindestens drei Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Russland hat 36 Raketen und fast 600 Drohnen eingesetzt. Hauptziele waren die Energieinfrastruktur und zivile Objekte. Es gab auch massive Schäden und Brände in Wohnhäusern in der Hauptstadt Kiew und Umgebung.
Nach Angaben der Behörden sind in der Millionenstadt Kiew 500.000 Menschen von Stromausfällen betroffen. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die Zahl der Todesopfer in Kiew mit zwei. Außerdem wurden 29 Verletzte gemeldet. Aufgrund des nächtlichen Luftalarms mussten Menschen in Bunkern Schutz suchen. Auch in anderen Regionen des Landes kam es zu Angriffen.
Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass neben der Energieinfrastruktur auch Rüstungsbetriebe Ziel der Angriffe waren. Diese seien als Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russische Ziele erfolgt. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut dem Ministerium 158 ukrainische Drohnen von der russischen Luftabwehr abgeschossen. Zu möglichen Schäden wurden keine Angaben gemacht. Die Ukraine setzt sich mit diesen Gegenangriffen gegen den seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg zur Wehr.
Selenskyj: Ukraine braucht Flugabwehrraketen
Präsident Selenskyj betonte, dass die Ukraine ausreichend Raketen für ihre Flugabwehrsysteme benötigt, um sich besser vor den russischen Angriffen zu schützen. Er forderte erneut die EU auf, die in Belgien eingefrorenen russischen Staatsmilliarden freizugeben, falls Moskau seine Angriffe nicht stoppt. Gleichzeitig unterstrich Selenskyj die Notwendigkeit von Gesprächen mit allen Partnern zur Beendigung des Krieges. Die Ukraine führt dazu Gespräche mit den USA und den führenden Europäern.
US-Vertreter werden in der ersten Hälfte der kommenden Woche auch zu Verhandlungen über einen Plan von US-Präsident Donald Trump in Moskau erwartet. Das Dokument hatte zunächst 28 Punkte. Inzwischen sind nach Verhandlungen in Genf auch erste Vorschläge der Ukraine und der EU eingearbeitet, die nach Kremlangaben auch Russland vorliegen. Eine Einigung auf einen Friedensplan ist bisher nicht in Sicht.








