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Selenskyj schlägt Putin Gespräche zur Friedenssicherung an neutralem Ort vor

Ukrainischer Präsident Selenskyj lädt Putin zu direkten Friedensgesprächen ein und schlägt eine Waffenruhe sowie internationale Garantien vor. Er betont die Bereitschaft der meisten Russen zum Frieden und kritisiert den anhaltenden Krieg.

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Selenskyj bietet Putin direkte Friedensgespräche an
Von Volodymyr Zelensky - Easter Greetings by the President of Ukraine., CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148208003

Im Kontext des anhaltenden Konflikts zwischen der Ukraine und Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem offenen Brief an Wladimir Putin ein persönliches Treffen vorgeschlagen, um direkte Friedensverhandlungen zu führen. Selenskyj schloss dabei Kiew und Moskau als mögliche Orte für die Gespräche aus und nannte stattdessen die Schweiz, die Türkei oder einen arabischen Staat als Alternativen.

Vorschlag für ein Treffen

In dem auf der Website der ukrainischen Präsidentschaft veröffentlichten Schreiben erklärte Selenskyj: „Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg durch einen direkten Austausch zwischen Ihnen und uns zu beenden. Ich schlage ein Treffen vor.“ Als ersten Schritt zur Beendigung der Feindseligkeiten schlug er eine Waffenruhe entlang der aktuellen Frontlinie vor, die von den Vereinigten Staaten überwacht werden sollte. Dies könnte gefolgt werden von einem Gefangenenaustausch „aller gegen alle“ sowie der Rückkehr von Zivilisten und „während des Krieges verschleppten“ Kindern. Selenskyj betonte zudem, dass Vertreter Europas und der Vereinigten Staaten als mögliche Garanten an den Gesprächen teilnehmen sollten.

Russische Bereitschaft für Frieden?

Selenskyj äußerte in seinem Schreiben, dass die Mehrheit der Russen unter den Folgen des Krieges, wie Raketen- und Drohnenangriffen, Inflation und Treibstoffknappheit, leidet und bereit für Frieden sei. Er bezeichnete den Krieg als „Ihre persönliche Entscheidung – ein Krieg ohne wirklichen Grund. So wird ihn die Geschichte in Erinnerung behalten.“ Der ukrainische Präsident betonte: „Wir in der Ukraine wollen keinen dauerhaften Krieg. Wir wissen sehr gut, dass das Leben ohne Krieg unendlich viel besser ist. Und das wollen wir erreichen.“

Folgen eines fortgesetzten Konflikts

Selenskyj warnte, dass die Ukraine weiterhin um ihre Existenz kämpfen werde, sollte Putin nicht zu dem Schluss kommen, dass es Zeit für ein Kriegsende sei. Dies könnte Putins Machtposition gefährden. Er erinnerte daran, dass in der russischen Geschichte oft ein Wandel bevorsteht, wenn das Land müde wird. „Wir erhalten Unterstützung. Sie erhalten Sanktionen. Und das wird so lange so bleiben“, so Selenskyj.

Reaktion des Kremls

Der Brief wurde während einer Pressekonferenz Putins im Rahmen des Wirtschaftsforums in St. Petersburg veröffentlicht. Kremlsprecher Dmitri Peskow äußerte sich nicht zum Inhalt des Briefes, bemerkte jedoch, dass Putin gesagt habe, Selenskyj könne nach Moskau kommen, wenn er reden möchte. Selenskyj hatte jedoch bereits mehrfach abgelehnt, Moskau als Gesprächsort zu wählen.

Putins Position zum Krieg

Putin sprach beim Wirtschaftsforum über den Krieg, den er Ende Februar 2022 begonnen hatte, und betonte, dass das russische Militär an der Front kontinuierlich Gebietsgewinne verzeichne. Dennoch räumte er Schwierigkeiten ein, mit denen seine Streitkräfte konfrontiert sind, wie etwa ukrainische Drohnenangriffe auf Energie- und Militäranlagen in St. Petersburg. „Russland hat ein Luftabwehrsystem. Ja, wir müssen es verbessern. Ja, wir müssen es stärken. Und das werden wir tun“, sagte er.

Forderungen nach Gebietsansprüchen

Putin beharrte auf seiner Forderung nach vollständiger russischer Kontrolle über die völkerrechtlich zur Ukraine gehörenden Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden mit Kiew. Er verwies auf eine Vereinbarung, die er im vergangenen Jahr mit dem US-Präsidenten in Alaska getroffen hatte, und erklärte: „Wir sind natürlich bereit und wollen mit der Ukraine zu einer Übereinkunft mit friedlichen Mitteln gelangen, und zwar auf den Grundlagen, über die Präsident Trump und ich in Anchorage sprachen.“ Details zu diesen Gesprächen wurden jedoch nicht bekannt gegeben, und Kiew lehnt einen Gebietsverzicht kategorisch ab.

Internationale Reaktionen

US-Präsident Trump äußerte sich positiv zu Selenskyjs Vorschlag für ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj und betonte, dass Washington seit dem letzten Jahr Russland und die Ukraine zu einem Friedensschluss drängt. Derzeit sind von den USA vermittelte Verhandlungen aufgrund des Iran-Kriegs praktisch zum Stillstand gekommen.


Quellen: tagesschau

Bildquelle: Von Volodymyr Zelensky – Easter Greetings by the President of Ukraine., CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=148208003

TS