Der ukrainische Präsident dankt für Vermittlungsbemühungen und hofft auf Teilnahme am G7-Gipfel in Italien.
Selenskyj wirbt in Saudi-Arabien um Unterstützung für Friedensgipfel

Vor dem Gipfel der Gruppe führender demokratischer Industrienationen (G7) hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch in Saudi-Arabien versucht, die Unterstützung des Königreichs zu erhalten.
Bei einem Treffen mit Kronprinz Mohammed bin Salman ging es auch um die Vorbereitungen für den Friedensgipfel in der Schweiz, wie Selenskyj gestern in sozialen Netzwerken mitteilte. Ursprünglich war der ukrainische Präsident bereits Anfang Juni in Riad erwartet worden. Dann jedoch wurde aus Diplomatenkreisen bekannt gegeben, dass Saudi-Arabien nicht am Gipfel in der Schweiz teilnehmen würde, da Russland nicht anwesend war.
Selenskyj bedankte sich bei bin Salman für seine Unterstützung der Ukraine und seine Bemühungen um Vermittlung. Bei dem Treffen diskutierten sie die erwarteten Ergebnisse der Friedenskonferenz und die Möglichkeiten zu ihrer Umsetzung, schrieb Selenskyj. Es ist jedoch nicht klar, ob Saudi-Arabien tatsächlich am 15. und 16. Juni eine Delegation ins schweizerische Bürgenstock bei Luzern schicken wird, um am Gipfel teilzunehmen.
Heute wird Selenskyj erneut in der italienischen Küstenstadt Bari erwartet, wo der G7-Gipfel beginnt. Dort plant er, mit US-Präsident Joe Biden ein bilaterales Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen. Laut Bidens Nationalem Sicherheitsberater Jake Sullivan sind die Verhandlungen abgeschlossen und das Dokument ist bereit zur Unterzeichnung. Die Ukraine hat bereits 15 solcher Abkommen abgeschlossen, einschließlich eines mit Deutschland.
Litauen liefert gepanzerte Fahrzeuge an die Ukraine
Obwohl noch keine Einzelheiten zum Inhalt des Abkommens mit den USA bekannt sind, ist das Angebot aus Litauen genauer: Der baltische Nato-Staat wird die Ukraine im Kampf gegen Russland mit zusätzlicher militärischer Unterstützung unterstützen.
Die Regierung in Vilnius hat beschlossen, 14 gepanzerte Fahrzeuge des Typs M113 zu liefern. Die Mannschaftstransporter werden noch in dieser Woche in der Ukraine eintreffen und die Fähigkeiten der ukrainischen Armee im Bereich der Minenräumung stärken, wie das Verteidigungsministerium in Vilnius mitteilte.
Viele Tote bei russischem Luftangriff auf Krywyj Rih
Die Ukraine kämpft seit über zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Lokale Medien berichteten, dass bei einem russischen Raketenangriff auf die südukrainische Industriestadt Krywyj Rih mindestens acht Menschen getötet und mehr als 20 verletzt wurden.
«Jeden Tag und jede Stunde beweist der russische Terror, dass die Ukraine gemeinsam mit den Partnern die Flugabwehr stärken muss», schrieb Präsident Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er drückte den Angehörigen der Opfer in seiner Geburtsstadt sein Mitgefühl aus und bekräftigte die Forderung, dass es für den größtmöglichen Schutz der Menschen eine moderne Flugabwehr brauche.
Der Beschuss ukrainischer Städte durch die russische Armee fordert fast täglich Opfer unter der Zivilbevölkerung. In Kiew dauerten die Löscharbeiten nach einem russischen Raketenangriff am Morgen bis in die Nacht. Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst bleibt die Lage an der Front weiterhin schwer.
Laut dem abendlichen Lagebericht des ukrainischen Generalstabs hat die russische Sommeroffensive bereits begonnen. Es gab rund 90 größere Gefechte entlang der Front. Die heftigsten Kämpfe finden im Raum Pokrowsk im ostukrainischen Gebiet Donezk statt, wo die russischen Truppen in den vergangenen Wochen Geländegewinne erzielen konnten.
Das wird heute wichtig
Alle Blicke sind auf den G7-Gipfel in Italien gerichtet. Die Ukraine hofft auf ein neues Unterstützungspaket der Verbündeten für ihren Abwehrkampf gegen die russische Invasion – möglicherweise finanziert aus den Zinsen eingefrorener russischer Staatsvermögen.
Vor dem Hintergrund jüngster russischer Provokationen kommen die Außenminister des Ostseerats in Finnland zusammen. An dem Treffen in Porvoo in der Nähe der Hauptstadt Helsinki nimmt auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) teil.








