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Selenskyj: Ukraine wartet auf zugesagte Milliardenhilfe

Die G7 haben der Ukraine Milliarden in Aussicht gestellt. Doch Präsident Selenskyj erwartet nach den Worten auch Taten.

Selenskyj wartet auf die zugesagte Hilfe. (Archivbild)
Foto: Susan Walsh/AP/dpa

Die Ukraine hofft nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf baldige Zuteilung der vom Westen zugesagten Milliardenhilfe, die auch mit Erträgen aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen finanziert werden soll. Es gebe zwar viele politische Erklärungen von den Partnern Kiews und viele weitere seien zu erwarten, sagte Selenskyj in seiner allabendlichen Videoansprache. «Aber wir brauchen einen echten Mechanismus.» Sein Land benötige die Erlöse aus den Vermögenswerten Russlands für die Verteidigung gegen den Aggressor. «Die entsprechenden Diskussionen laufen schon viel zu lange, und wir brauchen endlich Entscheidungen.»

Die sieben führenden westlichen Industrienationen (G7) haben auf ihrem Gipfel im Juni beschlossen, Kiew mit neuen Finanzhilfen zu unterstützen. Der Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar wird durch Zinserträge aus eingefrorenem russischen Vermögen abgesichert.

Weiter schwere Kämpfe

Russische Truppen setzten weiterhin ihre Angriffe fort, um ihr Gebiet rund um den Donbass zu erweitern. Laut dem Generalstab in Kiew gab es in der Nähe von Pokrowsk schwere Kämpfe. Ebenso wurden heftige Gefechte in Torezk gemeldet, bei denen die russischen Streitkräfte angeblich von Luftangriffen mit Gleitbomben unterstützt wurden. Die Informationen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

«Wir durchschauen die Bewegungen des Feindes und verstärken uns», sagte Selenskyj. Er ermahnte die westlichen Partner, rechtzeitig die zugesagten Waffen und Munition zu liefern. «Das ist für die Verteidigung von grundlegender Bedeutung.»

Kiew setzt Angriffe bei Kursk fort

Die ukrainischen Streitkräfte setzten indes ihren Vorstoß auf russisches Gebiet bei Kursk fort. «Wir kontrollieren bestimmte Gebiete», sagte Selenskyj, ohne weitere Details zu nennen. Er dankte zudem den bei Kursk eingesetzten ukrainischen Soldaten «für die weitere Aufstockung des Austauschfonds» – eine Umschreibung für die Gefangennahme weiterer russischer Soldaten, die als Faustpfand gegen ukrainische Staatsbürger in den Händen der Russen ausgetauscht werden sollen. 

Russland und die Ukraine führen regelmäßig Gefangenenaustausch durch. Besonders zu Beginn der Operation hat die Ukraine viele Kriegsgefangene genommen, da auf russischer Seite zunächst keine besonders erfahrenen und schlagkräftigen Einheiten im Einsatz waren.

Ukrainische Luftwaffe bombardiert Ziele bei Kursk

Mykola Oleschtschuk, der ukrainische Luftwaffenchef, hat über erfolgreiche Einsätze seiner Kampfflieger in der westrussischen Region Kursk berichtet. Dabei wurden hauptsächlich Präzisionsbomben gegen russische Stellungen und Truppenansammlungen eingesetzt. Diese Angaben konnten ebenfalls nicht überprüft werden.

Auch wenn russische Einheiten jetzt verlassene Häuser in ihre Verteidigungslinien einbeziehen, können sie den Angriffen nicht entkommen. «Wir sehen alles, wir wissen alles», schrieb Oleschtschuk auf der Plattform Telegram. «Unsere Präzisionsbomben finden Euch überall.»

Gleitbomben sind Präzisionsbomben, die ferngesteuert ins Ziel gebracht werden können. Während des Vormarsches in der Region Kursk wurden unter anderem zwei bedeutende Brücken über den Fluss Sejm von Kampffliegern zerstört.

Oleschtschuk hat nicht angegeben, welche Flugzeugtypen die Ukraine bei ihren Angriffen verwendet hat. Ukrainische Militärexperten sind überzeugt, dass die Kampfflugzeuge des amerikanischen Typs F-16, die vom Westen zur Verfügung gestellt wurden, bisher nicht eingesetzt wurden. Die Ukraine verfügt immer noch über Kampfjets des sowjetischen Typs Mig-29.

Laut ukrainischer Darstellung wurden in der Region Luftangriffe auf Ortschaften beobachtet, die sich noch unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte befanden. Der Generalstab in Kiew teilte mit, dass es insgesamt 17 russische Luftangriffe mit 27 Gleitbomben gegen russische Dörfer gegeben habe. Diese Angaben konnten ebenfalls nicht unabhängig überprüft werden.

[Ukraine hofft auf Milliardenhilfe für Verteidigung gegen russische Aggression],Die Ukraine benötigt dringend die zugesagte Finanzhilfe für ihre Verteidigung gegen den russischen Aggressor. Es braucht einen echten Mechanismus für die baldige Zuteilung.

 

 

 

 

 

dpa