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Selenskyj: Verhandlungsteam mit Umjerow unterwegs in die USA

Nach dem Rücktritt seines Bürochefs Jermak hat der ukrainische Präsident Selenskyj einen neuen Verhandlungsführer für die Beendigung des Krieges bestimmt. Die Gespräche laufen in den USA.

Der Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow ist der neue Verhandlungsführer für die Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskrieges. (Archivbild)
Foto: Wiktor Dabkowski/ZUMA Press Wire/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sein Team für Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskrieges in die USA geschickt. Das Team unter Leitung von Delegationsleiter Rustem Umjerow ist bereits unterwegs. Selenskyj teilte in den sozialen Netzwerken mit, dass die notwendigen Schritte zur Beendigung des Krieges schnell und substantiell erarbeitet werden müssen. Nach dem Rücktritt seines Bürochefs Andrij Jermak ernannte er per Dekret Umjerow, den Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine und Ex-Verteidigungsminister, zum neuen Verhandlungsführer.

«Die Ukraine arbeitet weiterhin auf möglichst konstruktive Weise mit den Vereinigten Staaten zusammen», teilte Selenskyj weiter mit. Es gehe um einen würdigen Frieden. Er hatte einen 28-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump bei Verhandlungen in Genf mit europäischen und amerikanischen Vertretern überarbeiten lassen. In den USA geht es um noch strittige Punkte. 

Die Verhandlungen wurden zunächst von Selenskyjs rechter Hand Jermak geführt, der jedoch nach einer Durchsuchung seiner Wohnräume von Korruptionsermittlern am Freitag zurücktrat. Selenskyj hat daraufhin die Verhandlungsdelegation per Dekret neu zusammengestellt. Auch Umjerows Name wurde im Zusammenhang mit den Korruptionsermittlungen genannt, er bestritt jedoch jegliche Beteiligung.

Umjerow führte schon Verhandlungen mit russischer Seite

Umjerow hat angekündigt, dass er in den USA die nächsten Schritte für einen gerechten und dauerhaften Frieden diskutieren möchte. In diesem Jahr hat er bereits mehrere Verhandlungen mit russischen Vertretern in Istanbul geführt, bei denen es unter anderem um den Austausch von Gefangenen und getöteten Soldaten ging. Es wird erwartet, dass er später erneut Gespräche mit der russischen Seite führen wird.

Der bisherige Verhandlungsführer Jermak hat die von Russland geforderten Gebietsabtretungen im Donbass als Bedingung für einen Frieden abgelehnt. Russland fordert den Abzug der ukrainischen Truppen aus den Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk, die es bisher nicht kontrolliert. Darüber hinaus verlangt Russland, dass die Ukraine auf einen Nato-Beitritt verzichtet.

In der ersten Hälfte der Woche werden US-Vertreter zu Gesprächen in Moskau erwartet. Kremlchef Wladimir Putin hat sich bereit erklärt, Friedensverhandlungen zu führen. Eine Einigung über einen Waffenstillstand ist jedoch noch nicht in Sicht.

dpa