Selenskyj betont Bedarf an Flugabwehr-Systemen und Waffen für Frontlinien zur Stärkung der Ukraine-USA-Beziehungen.
Ukrainischer Präsident wirbt in den USA um Unterstützung

Nach dem Nato-Gipfel in Washington wirbt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den USA weiter um Unterstützung für sein Land. Bei einem Treffen mit Gouverneuren der US-Staaten in Salt Lake City (US-Bundesstaat Utah) habe er Möglichkeiten zur Vertiefung der Beziehungen zwischen der Ukraine und den USA ausgelotet, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. «Ich danke für die Bereitschaft, die Ukraine in Zukunft zu unterstützen, die Zusammenarbeit unserer Rüstungsfirmen auszuweiten und sich am Wiederaufbau der Ukraine zu beteiligen.»
Die Ukraine brauche keine fremden Soldaten, sagte Selenskyj in seiner Rede vor den Gouverneuren. «Das Einzige, worum wir bitten, ist ausreichende Unterstützung – Flugabwehr-Systeme für unsere Städte, Waffen für die Männer und Frauen an den Fronten, Hilfe beim Schutz normalen Lebens und beim Wiederaufbau.»
Die USA sind bisher der größte Unterstützer der Ukraine. Zuletzt hat der Kongress ein von Präsident Joe Biden angestoßenes Milliardenpaket freigegeben, mit dem Kiew weitere, dringend benötigte militärische Hilfe erhält. Das ukrainische Militär musste davor unter anderem wegen Munitionsmangel zahlreiche Positionen aufgeben und sich zurückziehen. Aktuell herrscht an den Fronten im Süden und Osten des Landes eine Patt-Situation.
Kiew: Angriffe nicht um der Angriffe willen
Die Ukraine plant nicht einfach Angriffe im russischen Hinterland oder auf russischem Staatsgebiet auszuführen, nur um Angriffe zu starten. Laut Mychajlo Podoljak, Berater im Präsidentenbüro von Staatschef Wolodymyr Selenskyj, geht es nicht um symbolische Einzelschläge.
«Es geht um die systematische Zerstörung von Luftwaffenstützpunkten, auf denen die strategische Luftfahrt stationiert ist», sagte er. Diese führe bewusst massive Schläge gegen die Zivilbevölkerung und zivile Objekte in der Ukraine aus.
Podoljak machte zudem klar, dass die Ukraine nicht wahllos Ziele in Russland angreifen wolle. «Die richtige Strategie besteht darin, Russland auf dreierlei Weise zu schwächen: Erhöhung der Kriegskosten, Zerstörung der Logistik und Verlängerung der Zeit, die benötigt wird, um Ressourcen auf das Schlachtfeld zu bringen», schrieb Podoljak auf Telegram.
Die Diskussion dreht sich um die potenzielle Verwendung von schweren westlichen Waffensystemen gegen Ziele auf russischem Staatsgebiet. Die ukrainische Regierung hat die westlichen Partner seit langem um eine entsprechende Genehmigung gebeten.
Bislang ist es nur erlaubt, mit Marschflugkörpern Ziele in den besetzten Gebieten der Ukraine, einschließlich der Krim, sowie im Osten des Landes und im russischen Grenzgebiet anzugreifen. Für Ziele tief im russischen Gebiet konnte die Ukraine bisher nur Drohnen mit deutlich geringerer Sprengkraft einsetzen.
Tote bei russischen Attacken in der Ostukraine
Bei einer Serie von russischen Angriffen auf kleinere Städte im Osten der Ukraine sind laut offiziellen Angaben mindestens fünf Menschen gestorben. Mindestens 13 Menschen wurden bei den Angriffen auf Myrnohrad und Kostjantyniwka in der Region Donezk schwer verletzt, sagte der regionale Militärverwalter Wadim Filaschkin.
Laut Filaschkins Angaben wurde Myrnohrad in den vergangenen Tagen wiederholt von russischen Soldaten beschossen. Vor Kriegsbeginn hatte die Stadt, die sich in der Nähe der Front befindet, knapp 47.000 Einwohner. Am Freitag gab es Einschläge neben einem Verwaltungsgebäude und an einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs.
Verteidigungsminister Moskaus und der USA telefonieren
Angesichts möglicher neuer Spannungen haben der russische und US-amerikanische Verteidigungsminister ein kurzes Telefonat miteinander geführt. «Es wurde die Frage der Verhinderung von Sicherheitsbedrohungen und der Verringerung des Risikos einer möglichen Eskalation erörtert», teilte das russische Verteidigungsressort zu der Unterredung der Minister Andrej Beloussow und Lloyd Austin mit. Der US-Minister habe die Wichtigkeit der Aufrechterhaltung der Kommunikationslinien hervorgehoben.
Es wurde keine Begründung für das Gespräch genannt. Allerdings wurde am Rande des Nato-Gipfels in Washington bekannt, dass die USA ab 2026 wieder Waffensysteme in Deutschland stationieren wollen, die bis weit nach Russland reichen.
Es wird berichtet, dass Marschflugkörper vom Typ Tomahawk mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern, technisch gesehen auch nuklear bestückt sein können, sowie Luftabwehrraketen vom Typ SM-6 und neu entwickelte Hyperschallwaffen darunter sind. Die Ankündigung führte zu einer wütenden Reaktion von Russland und China.
Bericht: Selenskyj legt Zwischenstopp in Irland ein
Auf seiner Rückreise aus den USA soll Selenskyj an diesem Samstag Berichten zufolge einen Zwischenstopp in Irland einlegen. Dabei werde er den irischen Regierungschef Simon Harris treffen, wie der Sender RTÉ berichtete. Der britische «Guardian» berichtete zudem, dass Selenskyj vermutlich an dem am Donnerstag beginnenden vierten Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in Blenheim Palace nahe Oxford teilnehmen werde. Ziel der EPG ist es, die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Nicht-EU-Staaten in Europa zu verbessern. Laut «Guardian» wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs über die Ukraine, die europäische Sicherheit und Demokratie sprechen.
„Das Konzert wird am Samstag um 19 Uhr in der Stadthalle stattfinden“, sagte der Sprecher.








