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Selenskyj zufrieden mit USA-Besuch

Auch wenn er nicht die erhofften Ergebnisse in der Tasche hat, zeigt sich Selenskyj zufrieden mit seinen Gesprächen in den USA. Nun bereitet er sich auf ein wichtiges Treffen vor.

Trump und Selenskyj treffen sich in New York.
Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich zum Abschluss seines Besuchs in den USA zufrieden über seine Gespräche geäußert. «Jede Diskussion ist so gelaufen wie nötig», sagte er in seiner abendlichen Videoansprache, die auf der Plattform X veröffentlicht wurde. Der ukrainische Friedensplan sei in Amerika vorgestellt worden. «Jetzt müssen unsere Teams an der Umsetzung eines jeden Schrittes und jeder Entscheidung arbeiten.»

In Washington hatte sich Selenskyj unter anderem mit US-Präsident Joe Biden und dessen Stellvertreterin Kamala Harris, der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, getroffen, um für die anhaltende Unterstützung seines Landes bei der Verteidigung gegen Russland zu werben. Ein Treffen hatte er auch mit dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, in New York. «Wir haben die gemeinsame Ansicht, dass der Krieg in der Ukraine gestoppt werden muss», sagte Selenskyj nach dem Gespräch mit Trump. 

«Es muss aufhören», sagte Trump mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Das Land gehe durch die Hölle, die Situation sei schrecklich. Wenn er die US-Wahl gewinne, werde der Krieg schnell enden, behauptete Trump einmal mehr. Der Ex-Präsident sagt seit langem, er könnte den Konflikt innerhalb von 24 Stunden beilegen – auch dank seiner Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. 

Biden versprach Selenskyj ein weiteres Paket mit milliardenschweren Hilfen und genehmigte 2,4 Milliarden US-Dollar (ungefähr 2,15 Milliarden Euro) an militärischer Unterstützung für Kiew. Biden betonte, dass er sicherstellte, dass bereits zugesagte Hilfen in Milliardenhöhe nicht verfallen und vor Ende seiner Amtszeit im Januar verwendet werden. Laut Angaben des Weißen Hauses handelt es sich um 5,5 Milliarden Dollar.

Selenskyj sagte, dass alle wichtigen Punkte für die Ukraine mit den Partnern besprochen wurden. Trotz seiner Erwartungen erhielt er während seines Besuchs in den USA keine Erlaubnis zur Verwendung weitreichender Waffen aus US-Hilfspaketen gegen strategische Einrichtungen auf russischem Staatsgebiet.

Nunmehr bereite sich die Ukraine auf das nächste hochrangig besetzte Treffen in Ramstein am 12. Oktober vor, sagte Selenskyj. Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz wollen die Unterstützer der Ukraine über weitere Hilfe für die Ukraine beraten. «Zusammen mit unseren Partnern müssen wir sicherstellen, was den Frieden näher bringt.»

Russischer Angriff mit Kampfdrohnen abgewehrt

Eine ukrainische Brigade, die mit Kampfdrohnen ausgestattet war, hat nach eigenen Angaben einen Angriff einer gepanzerten russischen Einheit im Osten des Landes zurückgeschlagen. Laut Ukrinform wurden bei den Kämpfen etwa 40 der rund 50 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt, darunter Panzer, Schützenpanzer und gepanzerte Mannschaftswagen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Die russischen Einheiten hatten versucht, die ukrainischen Verteidigungslinien bei Kupjansk zu durchbrechen.

Erneut schwere Kämpfe in der Ostukraine

Ukrainische und russische Truppen kämpften weiterhin hart in der Ostukraine. Der Schwerpunkt der Kämpfe lag erneut im Gebiet um Pokrowsk, das russische Einheiten seit Monaten angreifen.

Im Tagesverlauf seien 19 russische Vorstöße gegen die ukrainischen Verteidigungslinien abgewehrt worden, teilte der Generalstab in Kiew in seinem abendlichen Lagebericht mit. «Die ukrainischen Verteidiger halten dem Ansturm stand», hieß es dazu.

Auch in der Gegend um Kurachowe gab es heftige Kämpfe. Laut ukrainischer Darstellung wurden etwa 17 russische Angriffe im Laufe des Tages abgewehrt. Die Informationen zu allen Kampfhandlungen konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Seit mehr als zweieinhalb Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Das russische Militär besetzt fast ein Fünftel des Nachbarlandes.

dpa