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Showdown in Atlanta: Biden und Trump treten zu TV-Duell an

Fernduelle liefern sich Joe Biden und Donald Trump ständig. Nun stehen sie sich erstmals seit Jahren auf der Bühne direkt gegenüber. Mit ihrer ersten TV-Debatte 2024 beginnt die heiße Wahlkampfphase.

Donald Trump (l) und Joe Biden trafen im Oktober 2020 bei einer TV-Präsidentschaftsdebatte aufeinander.
Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

Zum ersten Mal seit vier Jahren kommt es zu einem direkten Showdown der politischen Gegner Joe Biden und Donald Trump. In der deutschen Nacht zu Freitag treten der US-Präsident und sein Amtsvorgänger im laufenden Wahlkampf zum TV-Duell gegeneinander an. Es ist das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden seit Oktober 2020, als sie im damaligen Wahlkampf gemeinsam auf einer Fernsehbühne standen. Seitdem waren sie nie wieder zusammen im gleichen Raum – soweit bekannt ist. Damals war Trump noch der Amtsinhaber und Biden der Herausforderer. Diesmal sind die Rollen vertauscht. Und: Trump ist inzwischen ein verurteilter Straftäter.

Sein Schuldspruch in einem New Yorker Prozess über illegal verbuchte Schweigegeldzahlungen an einen Pornostar hat dem Republikaner im Wahlkampf bislang jedoch keinen Schaden zugefügt. Trotz aller Skandale liegt Trump in Umfragen immer noch etwa gleichauf mit dem demokratischen Amtsinhaber, der mit Imageproblemen aufgrund seines hohen Alters zu kämpfen hat. Biden ist 81 Jahre alt, Trump ist mit 78 Jahren jedoch kaum jünger.

Die Vorbereitung

Der Präsident tauchte für die Vorbereitung auf das Duell über Tage ab und trainierte eine Woche lang im abgelegenen Landsitz Camp David für die Debatte, ohne auch nur einen öffentlichen Termin zu absolvieren. Trump dagegen tönte in den vergangenen Tagen, er brauche nicht viel Training – er habe sich im Grunde sein «ganzes Leben» auf das Duell vorbereitet, und zu debattieren sei ohnehin «vor allem eine Frage der Einstellung».

Die Regeln

Der Fernsehsender CNN richtet die Debatte aus. Die Moderatoren sind die CNN-Journalisten Jake Tapper und Dana Bash. Die Übertragung erfolgt aus einem Studio in Atlanta im Bundesstaat Georgia. Die Debatte dauert 90 Minuten. Während der Debatte wird das Mikrofon des Präsidentschaftsbewerbers stumm geschaltet, der gerade nicht spricht. Biden und Trump müssen ohne Spickzettel am Rednerpult frei sprechen und erhalten nur Kugelschreiber und Notizblöcke. Während der beiden Werbepausen ist der Kontakt zu ihren Wahlkampfteams untersagt. Es gibt kein Studiopublikum bei der Debatte, auf Drängen von Bidens Wahlkampfteam.

Das Timing

Die Tatsache, dass die erste TV-Debatte der beiden Präsidentschaftsanwärter bereits im Juni stattfindet, ist ungewöhnlich. Trump und Biden sollen erst im Juli und August bei den Nominierungsparteitagen zu den offiziellen Kandidaten ihrer Parteien gekrönt werden. Die erforderlichen Delegiertenstimmen haben sie jedoch frühzeitig im Rennen bei den Vorwahlen gesichert – daher gelten sie als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl Anfang November.

Frühere Aufreger

Im Jahr 2020 – während der Corona-Pandemie – sorgte das erste von zwei Biden-Trump-Duellen hauptsächlich aufgrund des vielen Geschreis der beiden für Aufsehen. Die Debatte wird jedoch auch wegen eines anderen Vorfalls denkwürdig. Das Weiße Haus gab wenige Tage nach dem Schlagabtausch bekannt, dass Trump an Covid-19 erkrankt sei. Daraufhin war der Republikaner mehrere Tage im Krankenhaus. Trumps damaliger Stabschef Mark Meadows enthüllte etwa ein Jahr später in einem Buch, dass Trump vor der Debatte positiv auf das Coronavirus getestet wurde, bei einem späteren Test jedoch ein negatives Ergebnis erhielt. Trump bestritt diese Darstellung.

Die Abwesenden

Neben Biden und Trump gibt es noch andere – chancenlose – Bewerber im aktuellen Rennen um das Weiße Haus, die auch gerne auf der Fernsehbühne in Atlanta gestanden hätten. Der parteilose Robert F. Kennedy hat es jedoch nicht geschafft, sich zu qualifizieren. Der Neffe des ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy hat unter anderem nicht die von CNN festgelegte Schwelle bei Umfrageergebnissen erreicht. Auch der unabhängige Bewerber Cornel West oder die Grünen-Kandidatin Jill Stein erfüllten die Anforderungen nicht.

Die Begleiterinnen

Es ist unklar, ob Trump bei der Debatte von seiner Ehefrau Melania begleitet wird. Seit dem Verlassen des Weißen Hauses hat sich die ehemalige First Lady kaum öffentlich gezeigt, blieb größtenteils schweigsam und spielte auch im Wahlkampf ihres Mannes bisher kaum eine Rolle. Biden wird jedenfalls laut Weißem Haus seine Frau Jill in Atlanta dabei haben.

Zuschauen aus Deutschland

Die Debatte wird live in der deutschen Nacht zu Freitag ab 02:45 Uhr MESZ von den Fernsehsendern Phoenix und ZDF übertragen. Livestreams sind auch im Internet verfügbar, zum Beispiel auf Welt.de. CNN selbst streamt das Duell ebenfalls live auf seiner Webseite CNN.com. Allerdings ist dies in Deutschland nur mit einer VPN-Verbindung möglich.

Die nächste Runde

Eine weitere TV-Debatte zwischen Biden und Trump ist für September geplant und wird vom Sender ABC ausgerichtet. Es ist noch unklar, ob und wann es wie gewohnt eine TV-Debatte der Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten geben wird. Biden tritt erneut mit Kamala Harris an seiner Seite an, während Trump noch keinen Vizepräsidentschaftskandidaten benannt hat.

dpa