Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Silvester am Kölner Dom unter Schutz – Keine Zwischenfälle

Strenge Schutzmaßnahmen gibt es in der Silvesternacht für den Kölner Dom wegen eines mutmaßlich geplanten islamistischen Anschlags. Drei weitere Verdächtige sind in Gewahrsam. Der Abend verläuft ruhig.

In Köln hießen die Menschen das neue Jahr 2024 willkommen.
Foto: Roberto Pfeil/dpa

Nach einem Terroralarm ist der Jahreswechsel am Kölner Dom unter hohen Sicherheitsmaßnahmen gefeiert worden. Dabei lief alles weitgehend ruhig ab. «Ein paar Böllerwerfer, einige Ingewahrsamnahmen, nichts Ungewöhnliches», sagte ein Polizeisprecher am frühen Montagmorgen gegen 1.30 Uhr. Die meisten Feiernden hätten sich auch an das Böllerverbot in Teilen der Kölner Innenstadt gehalten. Auf der Domplatte und dem Bahnhofsvorplatz sei es weitgehend friedlich zugegangen.

Am Sonntagabend wurde von der Polizei bekannt gegeben, dass drei weitere Verdächtige festgenommen wurden – und zwar in Duisburg, Herne und in Nörvenich im Kreis Düren. Dort wurden auch Wohnungen durchsucht. Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns erklärte, dass ein Anschlag mit einem Auto geplant war. Es stellte sich heraus, dass der bereits an Heiligabend in Gewahrsam genommene Tadschike Teil eines größeren Netzwerks ist, das sich auch auf andere Bundesländer und andere europäische Staaten erstreckt.

Kardinal Rainer Maria Woelki zelebrierte am Sonntagabend unter massivem Polizeischutz eine Messe zum Jahresabschluss im Kölner Dom. «Ich danke unseren Sicherheitskräften, die schon in den Tagen vor Weihnachten damit begonnen haben, diese Kathedrale zu schützen und auch uns zu schützen, damit wir Gottesdienst feiern können und das Grundrecht der freien Religionsausübung auch in unserem Land weiter gewährleistet bleibt», sagte Woelki zu Beginn der Messe.

Gottesdienstteilnehmer mussten durch Sicherheitsschleuse

Die Teilnehmer des Gottesdienstes mussten zuerst durch eine Sicherheitsschleuse in den Zelten, die vor dem Hauptportal aufgestellt waren. Große Taschen oder Laptops durften nicht in den Dom mitgenommen werden. Woelki bedankte sich bei den Gläubigen dafür, dass sie sich von den Sicherheitsmaßnahmen nicht hatten abschrecken lassen. Die Kathedrale war gut besucht.

Die Polizei hatte kurz vor Weihnachten Hinweise auf einen möglichen islamistischen Anschlagsplan auf den Kölner Dom erhalten, der sich auf Silvester bezog. Der 30-jährige Tadschike war daraufhin an Heiligabend in Wesel «zur Gefahrenabwehr» in Gewahrsam genommen worden, als Spezialeinheiten eine Wohnung durchsuchten. Er wird verdächtigt, die Kathedrale ausgespäht zu haben.

Am Freitag hatte die Polizei strenge Schutzmaßnahmen für den Dom und die Umgebung für die Silvesternacht angekündigt. Dazu gehörte der Einsatz von Polizistinnen und Polizisten mit Maschinenpistolen. Laut Einsatzleiter Frank Wißbaum wurde am Sonntagabend vor dem Jahreswechsel auch die Tiefgarage unter dem Dom durchsucht, jedoch wurde nichts gefunden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bereits für die Weihnachtsfeierlichkeiten verstärkt worden.

dpa