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Israels Luftabwehr: Iron Dome und Arrow – Schutz vor Raketen und Drohnen

Israel verfügt über ein effektives Luftabwehrsystem, das Raketen und Drohnen abwehrt. Der Iron Dome schützt in der Nähe, während Arrow Mittel- bis Langstreckenraketen abfängt.

Das Iron-Dome-Raketenabwehrsystem feuert eine Abfangrakete ab.
Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Das israelische Luftverteidigungssystem hat wiederholt Raketen- und Drohnenangriffe abgewehrt. Die über 300 Geschosse, die der Iran am Wochenende abfeuerte, haben die Abwehr des Landes herausgefordert. Laut Angaben des israelischen Militärs konnten fast alle Angriffe abgewehrt werden. Dies ist dank eines komplexen Luftverteidigungssystems möglich, das mit verschiedenen Reichweiten arbeitet:

Eine eiserne Kuppel schützt Israel in kurzer Entfernung

Der Iron Dome (Eisenkuppel), entwickelt von Israel, ist in der Nähe im Einsatz. Es ist darauf spezialisiert, Raketen und Geschosse über kurze Distanzen abzufangen. Eine Batterie kann ein Gebiet mit einem Radius von etwa sieben Kilometern schützen.

Die Größe des Gebiets entspricht ungefähr der einer Stadt wie Freiburg. Die USA haben bisher über drei Milliarden Dollar für den Bau, die Entwicklung und die Instandhaltung bereitgestellt – der Iron Dome wird daher als Symbol für die Schutzmacht Israels angesehen.

Laut Israel wurde das System seit dem Start 2011 mehrere Tausend Mal eingesetzt. Es ist mobil und kann innerhalb weniger Stunden verlegt werden. Ein Radargerät erkennt gefährliche Geschosse wie Mörsergranaten und Kurzstreckenraketen.

Die Daten gehen an einen Raketenwerfer weiter, der eine Abfangrakete mit bis zu 70 Kilometern Reichweite startet. Dem Jahresbericht «Military Balance 2023» des Internationalen Instituts für strategische Studien zufolge hat Iron Dome dabei eine Erfolgsquote von über 90 Prozent.

Die Schleuder Davids zielt auf größere Angreifer

Ein Fortschritt in Israels Verteidigung ist das ebenfalls mit den USA entwickelte David’s Sling. Seit Frühjahr 2017 einsatzbereit, zielt das System darauf ab, im Vergleich zum Iron Dome größere ballistische Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern unschädlich zu machen. Laut US-Angaben verfügen der Iran, Syrien und die Hisbollah im Libanon über solche Waffen.

Die Stunner-Abfangraketen haben laut Angaben eine Reichweite von etwa 25 Kilometern. Eine Abschussvorrichtung kann bis zu 16 solcher Raketen aufnehmen. Zwei Batterien sind ausreichend, um Israel abzudecken. Die USA haben eigenen Angaben zufolge rund 2,4 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung investiert.

Die Evolution des Arrow-Systems: Schutz auf hoher Ebene

Um sich vor Bedrohungen aus der Ferne zu schützen, begann Israel ab 1986 in Zusammenarbeit mit den USA mit der Entwicklung des Abwehrsystems Arrow (Pfeil). Dieses System zielt darauf ab, Mittel- bis Langstreckenraketen abzufangen, insbesondere solche, die außerhalb der Erdatmosphäre fliegen. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit Boeing und dem israelischen Luft- und Raumfahrtunternehmen IAI. Die USA haben das Arrow-System insgesamt mit mehr als 4,5 Milliarden Dollar unterstützt.

Mittlerweile greift Israel auf Raketen des Typs «Arrow 2» und «Arrow 3» zurück. Laut Hersteller kann «Arrow 3» Abfangraketen in große Höhen von bis zu 100 Kilometern schießen und hat eine Reichweite von bis zu 2400 Kilometern. Dabei werden keine explodierenden Stoffe eingesetzt, sondern Ziele durch einen direkten Aufprall – ein sogenannter Hit-to-Kill – zerstört, was die Risiken von Trümmerschäden minimieren soll.

Vom Flugabwehr-Anfang bis zum Hochenergielaser

Israel hat ab den 1960er-Jahren eine Luftabwehr aufgebaut und kontinuierlich entwickelt – beginnend mit dem Hawk- und gefolgt vom Patriot-System, das seit 1991 zum Einsatz kommt. Neuerungen wie der 2021 verbesserte Iron Dome und die Entwicklung des fortschrittlicheren «Arrow 4» zeigen Israels Bestreben, seine Abwehr ständig zu aktualisieren.

Vor ungefähr zwei Jahren hat Israel den Iron Beam (Eisernen Strahl) eingeführt. Das preiswerte Lasersystem kann laut US-Angaben Ziele wie Drohnen für etwa vier Dollar pro Einsatz ausschalten. Der Hersteller gibt an, dass die Laser-Abwehrwaffe, die derzeit noch vom Militär getestet wird, ab 2025 einsatzbereit sein soll.

dpa