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SPD-Verteidigungspolitiker gegen Taurus-Lieferung an Ukraine

Keine Möglichkeit, diese Flugkörper nachzuproduzieren: Laut Johannes Arlts würde Deutschland seine Verteidigungsfähigkeit verlieren, wenn es seine modernsten Waffen abgibt.

Positioniert sich klar gegen eine Lieferung von Taurus-Flugkörpern: Johannes Arlt.
Foto: Kilian Genius/dpa

Johannes Arlt, ein Politiker der SPD im Verteidigungsbereich, hat Bedenken geäußert, was die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine betrifft. Er ist der Meinung, dass dies die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gefährden würde.

«Ich rede auch davon, dass wenn wir die einmal abgegeben haben, dass diese Taurus auch weg sind, diese Marschflugkörper und wir im Moment auch keine Möglichkeit haben, die nachzuproduzieren in einem absehbaren Zeitraum und die in unseren Beständen aufzufüllen oder weitere zu liefern», sagte er dem Deutschlandfunk.

Der SPD-Politiker wies auf Schwierigkeiten hin, die Produktionskapazitäten für Waffen in Deutschland schnell zu erhöhen. «Ich denke aber vor allen Dingen, dass wir eben wirklich das Problem haben, dass wir nicht mehr produzieren können, dass unser Industrie eben noch nicht in der Lage ist, dort nennenswert nachzuproduzieren und wir uns in einen Zustand versetzen, wo die Lager wirklich leer sind.»

Der Hersteller MBDA hatte im November allerdings auf der Plattform X darauf hingewiesen, dass die Produktion von Taurus «kurzfristig wieder angeschoben werden» könne.

500 Kilometer Reichweite

Der Taurus ist einer der modernsten Flugkörper der Luftwaffe. Die Waffen können auch aus großen Höhen und Entfernungen mit einer Reichweite von 500 Kilometern ihr Ziel erreichen und zum Beispiel Bunkeranlagen zerstören. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Anfang Oktober beschlossen, vorerst keine dieser Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern. Die Sorge dahinter war, dass auch russisches Territorium getroffen werden könnte. Sowohl in den Fraktionen von Grünen und FDP als auch in der Union gibt es Stimmen, die für eine Lieferung von Taurus-Waffen plädieren. Ein Antrag der Union für eine Lieferung wurde jedoch im Bundestag abgelehnt.

dpa