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Spionage: Mitangeklagter sagt gegen BND-Mitarbeiter aus

Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts soll während des Ukraine-Kriegs Informationen an Russland übermittelt haben. Was sagt sein mutmaßlicher Helfer vor Gericht?

Ein Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts und ein Geschäftsmann sind wegen mutmaßlicher Russland-Spionage angeklagt (Symbolbild).
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Im Prozess gegen einen Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts wegen mutmaßlicher Russland-Spionage hat der mitangeklagte Geschäftsmann umfassend ausgesagt. Der 32-jährige Artur E. wiederholte vor dem Berliner Kammergericht, dass er für den angeklagten BND-Mitarbeiter Carsten L. Material des Bundesnachrichtendiensts nach Moskau transportiert und übergeben habe. Im Gegenzug brachte E. nach eigenen Angaben «Umschläge» aus Moskau mit.

Seit Dezember stehen die beiden Angeklagten vor Gericht. Carsten L., ein Mitarbeiter des BND, wurde ein Jahr zuvor in Berlin festgenommen. Laut Anklage soll er nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 Informationen, die er während seiner Arbeit beim BND erhalten hat, an den russischen Geheimdienst FSB weitergegeben haben.

Angeklagte sollen «Agentenlohn» bekommen haben

Bei den ausspionierten Informationen handelt es sich nach Angaben der Bundesanwaltschaft um ein Staatsgeheimnis im Sinne des Strafgesetzbuchs. Den beiden Angeklagten wird Landesverrat vorgeworfen. Sie sollen laut Anklage einen «Agentenlohn» von 450.000 Euro beziehungsweise 400.000 Euro bekommen haben. Beide sind deutsche Staatsbürger, sie sitzen in Untersuchungshaft.

Im Gegensatz zu Carsten L. hatte der Geschäftsmann E. bereits vor den Ermittlern ausgesagt. In seiner Erklärung am Mittwoch schilderte er, wie er L. auf einem Sportplatz in Bayern kennengelernt und sich mit ihm angefreundet hatte. Nach Angaben des Angeklagten ging es ursprünglich darum, einem russischen Geschäftsmann einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu besorgen und einzelne russische Geschäftsleute von der EU-Sanktionsliste zu streichen. E. wollte angeblich V-Mann des BND werden und erhoffte sich dafür Unterstützung von L.

Der Angeklagte E. gab vor Gericht zu, dass er mehrmals nach Moskau gereist sei und Dokumente übergeben habe. Seine Aussage wies jedoch viele Unklarheiten auf. Der Vorsitzende Richter Detlev Schmidt unterbrach die Sitzung am frühen Nachmittag bis Donnerstag (09.30 Uhr), um einen Fragekatalog zu erstellen.

dpa