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Deutsch-Ukrainerin in Berlin festgenommen,Untersuchungshaft verhängt

Die mutmaßliche Spionin soll Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben, auch an ehemalige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums.

Eine Deutsch-Ukrainerin soll für einen Mitarbeiter in der russischen Botschaft in Berlin Informationen beschafft haben.
Foto: Christoph Soeder/dpa

Nachdem sie in Berlin festgenommen wurde, befindet sich eine vermeintliche Spionin Russlands in Untersuchungshaft. Laut Bundesanwaltschaft hat ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs den Haftbefehl gegen die Deutsch-Ukrainerin vollstreckt. Die Behörde in Karlsruhe beschuldigt sie, den russischen Geheimdienst mit Informationen versorgt zu haben.

Die Angeklagte soll mit einem Mitarbeiter des Geheimdienstes in der russischen Botschaft Kontakt gehabt und ihm Informationen bezüglich des Krieges in der Ukraine zur Verfügung gestellt haben. Sie soll sich unter anderem nach Standorten der Rüstungsindustrie und geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine erkundigt haben. Dabei soll sie auch ehemalige Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums kontaktiert haben, die sie persönlich kannte.

Durchsuchungen in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und München

Die Polizei durchsuchte am Mittwoch gleichzeitig mit der Festnahme die Räumlichkeiten der Frau sowie von zwei weiteren Beschuldigten im rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler, im Brandenburger Havelland und in München. Laut Bundesanwaltschaft sind die beiden Mitbeschuldigten auf freiem Fuß. Zu ihnen machte die Strafverfolgungsbehörde keine weiteren Angaben.

Gemäß der Deutschen Presse-Agentur (dpa) richtete sich der gestrige Einsatz auch gegen zwei frühere Mitglieder der Bundeswehr. Es handelt sich um einen kürzlich pensionierten Stabsoffizier und einen ehemaligen Beamten des höheren Dienstes, der die Bundeswehr vor über 15 Jahren verlassen hat, so Militärkreise. Sie stehen unter dem Verdacht, dienstliche Informationen an eine Mittelsperson weitergegeben zu haben.

Prorussische Netzwerkerin

Die festgenommene Deutsch-Ukrainerin lebt seit einigen Jahrzehnten in Deutschland, wie aus Informationen der dpa hervorgeht. Sie war zuletzt im Bereich Marketing tätig. Sicherheitskreisen zufolge ist sie als prorussische Netzwerkerin schon länger bekannt. In politischen Kreisen in Berlin war sie aktiv und nahm an diversen Veranstaltungen von Verbänden und Organisationen teil.

Laut der höchsten deutschen Strafverfolgungsbehörde basiert das Verfahren der Bundesanwaltschaft auf Informationen des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundesamts für den Militärischen Abschirmdienst. Die polizeilichen Ermittlungen werden vom Bundeskriminalamt durchgeführt.

Auch mutmaßliche Unterstützer prorussischer Milizen in U-Haft

Am Mittwoch hatte die Bundesanwaltschaft in Brandenburg auch zwei mutmaßliche Unterstützer der prorussischen sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk festgenommen. Auch sie befinden sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Es soll jedoch keinen Zusammenhang zwischen diesem Verfahren und den Spionage-Ermittlungen geben.

Seit 2016 sollen die beiden Verdächtigen – ein Russe und ein Deutscher – in einem Verein wichtige Positionen innegehabt haben, der den Transport von Hilfsgütern und medizinischen Produkten sowie Drohnen in den ukrainischen Donbass zugunsten prorussischer Milizen der sogenannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk koordiniert hat. Die Bundesanwaltschaft betrachtet diese Gruppen als terroristische Vereinigungen.

dpa