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Stichwahlen in NRW: Spannung in Köln, Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen

In mehreren Städten treffen Politiker von CDU und Grünen in der Stichwahl aufeinander. In der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf kämpft der amtierende Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) in der zweiten Runde gegen die Grünen-Politikerin Clara Gerlach.

Die Grünen hoffen bei den Oberbürgermeister-Stichwahlen auf einen Coup in Köln. (Archivbild)
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

In etwa 150 Kommunen in Nordrhein-Westfalen finden heute Stichwahlen für Oberbürgermeister-, Bürgermeister- und Landratsposten statt. Besonders interessant dürften sie in der Millionenstadt Köln sowie in den Städten Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen sein.

In Köln streiten Landtagsvizepräsidentin Berivan Aymaz und der SPD-Politiker Torsten Burmester um das Amt des Oberbürgermeisters. Wenn Aymaz gewinnen würde, wäre Köln die erste NRW-Millionenstadt, die von den Grünen regiert wird.

Mehrere AfD-Kandidaten in Stichwahlen

In Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen haben AfD-Kandidaten jeweils den Sprung in die zweite Wahlrunde geschafft. Es wird gespannt erwartet, ob erstmals ein AfD-Politiker in NRW einen OB-Posten erobern kann. SPD und CDU haben angekündigt, sich bei Stichwahlen gegenseitig zu unterstützen, um AfD-Politiker auf Spitzenposten zu verhindern. Auch in der Stadt Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) hat es ein AfD-Bewerber in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt geschafft.

Falls wirklich einer der AfD-Kandidaten den Chefsessel in einem Rathaus gewinnen sollte, wäre er nicht der erste in Deutschland: Im August 2023 wurde in Raguhn-Jeßnitz in Sachsen-Anhalt ein von der AfD nominierte Bewerber zum bundesweit ersten Bürgermeister gewählt. Im Dezember 2023 setzte sich ein parteiloser, aber von der AfD aufgestellter Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl im sächsischen Pirna durch.

 

 

Stichwahlen sind erforderlich, wenn im ersten Durchgang vor zwei Wochen keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten hat. In 21 kreisfreien Städten im ganzen Land finden heute Wahlen um die Oberbürgermeister-Posten statt und in 15 Kreisen um die Landratsämter. Darüber hinaus werden in über 100 kreisangehörigen Städten Bürgermeister im zweiten Wahlgang gewählt. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr.

Grüne in mehreren Stichwahlen

In mehreren Städten stehen Politiker von CDU und Grünen in der Stichwahl gegenüber. In der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf tritt der derzeitige Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) in der zweiten Runde gegen die Grünen-Politikerin Clara Gerlach an. In Münster tritt der Grünen-Kandidat Tilman Fuchs gegen Georg Lunemann (CDU) an. In Bonn und Aachen müssen sich die Grünen-Oberbürgermeisterinnen Katja Dörner und Sibylle Keupen in Stichwahlen den CDU-Herausforderern stellen.

Wer holt die einstige SPD-Herzkammer?

In Dortmund, der einst von SPD-Politiker Herbert Wehner (1906-1990) als «Herzkammer der Sozialdemokratie» betitelten Ruhrgebietsmetropole, muss SPD-Amtsinhaber Thomas Westphal in die Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Alexander Kalouti. Auch für die Spitzenposten in weiteren Rathäusern wie etwa Essen, Oberhausen und Bochum treten Bewerber von CDU und SPD gegeneinander an. 

CDU klare Wahlsiegerin der ersten Runde

In Nordrhein-Westfalen war die CDU trotz leichter Rückgänge im ersten Wahlgang am 14. September mit 33,3 Prozent der Stimmen immer noch die stärkste Kraft. Die AfD konnte ihren Stimmenanteil in Räten und Kreistagen laut vorläufigem Landesergebnis auf 14,5 Prozent fast verdreifachen. In der bundesweit beachteten Wahl landete sie auf dem dritten Platz hinter der SPD, die 22,1 Prozent erreichte.

Die Grünen verloren deutlich an Zustimmung und erzielten bei den Kommunalwahlen 2020 13,5 Prozent, nachdem sie zuvor 20 Prozent erreicht hatten. Die Linke erreichte 5,6 Prozent und die FDP 3,7 Prozent.

Wer darf wählen?

Bei den Stichwahlen dürfen alle wählen, die bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen in ihrer Kommune wahlberechtigt waren. Es wird keine neue Wahlbenachrichtigung ausgegeben. Es wurden jedoch Wahlerinnerungsschreiben verschickt. Auch ohne Wahlbenachrichtigung oder Erinnerungsschreiben kann im Wahlraum gewählt werden, sofern kein Briefwahlantrag gestellt wurde. Es ist erforderlich, einen Lichtbildausweis mitzubringen.

Diejenigen, die erst nach der ersten Wahlrunde am 14. September 16 Jahre alt wurden und somit das Kommunalwahlalter erreichten, dürfen nicht wählen. Die Bedingungen für das Wahlrecht müssen bereits bei der Hauptwahl erfüllt gewesen sein.

dpa