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Strack-Zimmermann will 900.000 Reservisten aktivieren

Deutschland soll seine Verteidigung ausbauen. Mit Blick auf Russland sieht die FDP-Politikerin dazu Potenzial in den Bundeswehr-Reservisten. Doch diese müssten erst einmal registriert werden.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann warnt davor die Folgen der russischen Aufrüstungspolitik zu unterschätzen.
Foto: Markus Scholz/dpa

Die FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann fordert angesichts der Bedrohung durch Russland die Aktivierung von 900.000 Reservisten in Deutschland. «Putin trimmt sein Volk auf Krieg und bringt es in Stellung gegen den Westen. Daher müssen wir so schnell wie möglich verteidigungsfähig werden», sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Russland produziert nur noch Waffen. Es werden Schulbücher gedruckt, die Deutschland als Aggressor darstellen. Grundschulkinder werden an der Waffe ausgebildet. Das alles ist beängstigend», sagte Strack-Zimmermann.

Sie rief dazu auf, «die ungefähr 900.000 Reservisten zu aktivieren, die wir in Deutschland haben». Diese müssten zunächst registriert werden. Die Bundeswehr habe Soldaten und Soldatinnen, die aus dem aktiven Dienst ausgeschieden seien, über Jahrzehnte nicht mehr erfasst. «Wenn wir nur die Hälfte davon mit ihrer entsprechenden Expertise als Reservisten gewinnen könnten, wäre das ein unglaubliches Pfund», sagte sie.

Patrick Sensburg, der Vorsitzende des Reservisten-Verbands, schlug bereits vor einigen Wochen vor, alle ehemaligen Bundeswehrangehörigen systematisch hinsichtlich Gesundheitszustand und Verfügbarkeit zu erfassen, um sie für den Heimatschutz und die Landes- und Bündnisverteidigung einzuplanen und schrittweise wieder üben zu lassen.

Sensburg: «Uns läuft die Zeit davon»

Sensburg begrüßte den Vorstoß von Strack-Zimmermann. «Das ist klug, denn uns läuft die Zeit davon, wenn wir Krieg verhindern wollen», sagte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete der «Rheinischen Post». Sein Verband arbeite an Vorschlägen, wie man die Bundeswehr bei der Reaktivierung und bei der Überprüfung des Gesundheitszustands durch approbierte Ärzte, die auch Reservisten seien, unterstützen könne. 

Reservisten sind alle ehemaligen Wehrdienstleistenden und länger verpflichteten Soldaten der Bundeswehr. Dazu zählen aber nicht ehemalige Soldaten der DDR-Volksarmee, die nach deren Ende nie in der Bundeswehr gedient haben.

dpa