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Streiks und Demos in Spanien gegen Israel wegen Gaza

Streiks und Proteste in Spanien: Menschen legen die Arbeit nieder und demonstrieren gegen den Militäreinsatz im Gazastreifen. In Barcelona brennen Müllcontainer.

Vereinzelt kam es in Barcelona bei einer Demonstration gegen Israels militärisches Vorgehen im Gazastreifen zu Gewalt.
Foto: David Zorrakino/EUROPA PRESS/dpa

Fünf Tage nach dem Beginn einer Waffenruhe im Gazastreifen haben sich in Spanien Zehntausende Menschen an einem von den Gewerkschaften ausgerufenen Streik gegen Israels militärisches Vorgehen beteiligt. Die Menschen sollten jeweils für zwei Stunden am Morgen, am Mittag und am Abend die Arbeit niederlegen, um gegen den als Völkermord angeprangerten Militäreinsatz in dem Küstenstreifen zu protestieren.

Es wurde zunächst keine Information über größere Auswirkungen auf das öffentliche Leben bekannt. Im Nahverkehr kam es zu leichten Verspätungen und einige TV-Sender hatten kurzzeitige Sendeunterbrechungen.

Demonstrationen in größeren Städten

Zudem gab es in größeren Städten wie Madrid, Bilbao oder Barcelona Demonstrationen mit jeweils mehreren Tausend Teilnehmern. In Barcelona kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Beamten setzten Pfefferspray gegen Demonstranten ein, die in einen wichtigen Bahnhof für Nah- und Fernverkehrszüge eindringen wollten, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Einige Demonstranten hätten die Polizei mit Flaschen beworfen, wie die Zeitung «La Vanguardia» schrieb.

Die Demonstranten zündeten auch einige der großen Plastikcontainer für Hausmüll an, die in Barcelona fast an jeder Ecke stehen. Giftige Rauchschwaden zogen durch die Straßen.

Spanien großer Kritiker 

Spanien ist innerhalb der EU einer der schärfsten Kritiker von Israels militärischer Vorgehensweise im Gazastreifen. Das Land hat ein Waffenembargo gegen Israel verhängt und Einreiseverbote gegen ultrarechte Mitglieder der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erlassen. Der linke Regierungschef Pedro Sánchez beschuldigt Israel eines Völkermords im Gazastreifen.

Der Gaza-Krieg begann mit dem Massaker der Hamas und anderer Extremisten aus dem Gazastreifen am 7. Oktober 2023 in Israel, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet und 251 entführt wurden. Als Reaktion führte Israel massive Angriffe auf die Hamas in dem stark bevölkerten Gebiet durch. Laut palästinensischen Berichten wurden dabei mehr als 67.000 Menschen getötet, wobei die Mehrheit Zivilisten waren.

dpa