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Analyse der Bundestagsreden: Verständlich, aber mit Verbesserungspotenzial

Die Universität Hohenheim analysierte 96 Reden und fand: Zugang zu Inhalten ist gewährleistet, aber bei einigen Abgeordneten besteht noch Verbesserungsbedarf.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht bei der Generaldebatte des Bundestags.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die im Bundestag gehaltenen Reden sind überraschend verständlich – obwohl es bei vielen Abgeordneten Verbesserungspotenzial gibt. Dies ist das Fazit einer Analyse der Universität Hohenheim.

Formale Verständnishürden seien nicht da, sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider. «Die Verpackung ist so, dass der Zugang zu den Inhalten nicht verwehrt wird.» Dies sei ein positives Ergebnis. Beim unteren Drittel der Abgeordneten sei aber durchaus noch «Luft nach oben».

Untersucht wurden 96 Reden der Bundestagshaushaltswoche im September vergangenen Jahres. Die formale Verständlichkeit wurde anhand von Kriterien wie Wort- und Satzlängen sowie Satzkonstruktionen untersucht. Auch Fremdwörter, Fachbegriffe und Anglizismen erschweren die Verständlichkeit. Zudem wurden seit langem bestehende Lesbarkeitsformeln einbezogen. Der daraus entwickelte «Hohenheimer Verständlichkeitsindex» reicht von 0 Punkte (schwer verständlich) bis 20 Punkte (leicht verständlich).

Die Rede der Haushaltswoche, die am verständlichsten war, wurde von Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) gehalten, die einen Wert von 19,2 erzielte. Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) schnitt mit einem Wert von 8,2 am schlechtesten ab. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erreichte einen Wert von 14,3 und belegte damit den 57. Platz, während Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) mit 13,0 den 71. Platz belegte.

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas begrüßte die Untersuchung, die auf Anregung der Deutschlandfunk-Nachrichten zustande kam. «Das Ergebnis fordert uns heraus, komplexe Themen noch verständlicher auf den Punkt zu bringen – ohne polemisch oder unsachlich zu werden», sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

dpa